Weder zu weich noch zu warm
: So schlafen Sie erholsam im Sommer

Sie schwitzen gerade viel - auch im Bett? Worauf was man dann bei Decke, Bezug und Matratze achten kann und was eher nicht hilft.
Von
Markus Brauer
Köln/Stuttgart
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Wenn es so brütend heiß im Raum ist, dass man sogar unter einem Laken oder einer dünnen Decke schwitzt, kann man einige Zeit ganz ohne schlafen.

Wenn es so brütend heiß im Raum ist, dass man sogar unter einem Laken oder einer dünnen Decke schwitzt, kann man einige Zeit ganz ohne schlafen.

Imago/fStop Images
  • Schlaf bei Hitze: Leichte Sommerdecke mit geringer Wärmeklasse und atmungsaktivem Bezug hilft.
  • Materialien im Vergleich: Naturhaar und dünne Daunen nehmen Feuchte gut auf, Mikrofaser ist pflegeleicht.
  • Matratzenfrage: Federkern kühlt besser als Schaumkern – wichtiger bleibt die passende Decke.
  • Hygiene im Sommer: Bettwäsche wöchentlich wechseln und bei 60 Grad waschen, Bett morgens lüften.
  • Zusatztipps – kühlender Bezug statt Gefriertruhe, Pyjama vorkühlen, Matratzenschoner regelmäßig reinigen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wer kuschelt sich nicht gern in sie ein? Die Bettdecke ist ein guter Schlafpartner, doch im Sommer manchmal schlicht und einfach zu heiß. Was für Alternativen gibt es für warme Nächte? Und wie findet man das passende Exemplar für die aktuelle Jahreszeit? Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die passende Bettdecke, Matratze und Co. für Sommernächte.

Kann ich bei Hitze unter einem Laken oder Bettbezug schlafen?

„Das kann man machen“, sagt Marc Böhle. Er ist Präsident des Verbandes der Bettenfachgeschäfte. „Aber wahrscheinlich wird man im Laufe der Nacht doch frieren, weil die Umgebungstemperatur gesunken ist.“ Ohne einen ausreichenden Wärmeschutz wacht man dann leicht auf.

Also doch besser eine Decke nehmen. Nur eben die passende. Generell gilt hier: Eine Bettdecke isoliert die Körperwärme. „Im Winter braucht man eine Decke, die stärker isoliert, weil die Außentemperaturen niedriger sind. Im Sommer sollte die Decke einen geringeren Isolationsgrad haben“, erklärt Böhle.

Man unterscheidet deshalb die Bettdecken auch nach Wärmeklassen. Je kleiner diese ausfällt, desto weniger isoliert die Decke. Für den Sommer käme also etwa die Wärmeklasse 1 infrage.

Muss es unbedingt eine spezielle Sommerdecke sein?

Sommerdecken sind leicht und haben eine deutlich geringere Füllmenge als Winter- oder Ganzjahresdecken, erläutert Böhle. Damit wiegen sie oft nur halb so viel wie eine Winterdecke. Das kann sich angenehm anfühlen. Außerdem sorgt eine Punkt-, Kreis- oder Ringsteppung für Kühlzonen. Das soll Hitzestaus unter der Decke vermeiden.

Aber es gibt auch kombinierbare Sommer- und Winterdecken. Die sind praktisch, weil sie sich einzeln nutzen lassen. „Wenn man so eine zusammenknöpfbare Decke in guter Qualität kauft, hat man immer die passende Decke, im Sommer, im Winter und in der Übergangszeit.“

Bei Paaren kommt es nicht nur auf die richtige Sommerdecke an, sondern auch auf die Streit vermeidende Größe des lakens.

Bei Paaren kommt es nicht nur auf die richtige Sommerdecke an, sondern auch auf die Streit vermeidende Größe des lakens.

Imago/Newscom World

Wie wichtig ist das Material?

Angenehm sind natürliche Materialien, die viel Feuchtigkeit aufnehmen.

  • Marc Böhle empfiehlt leichte Decken mit Naturhaarfüllungen, zum Beispiel Kamelhaar oder Kaschmir. „Sie sind sehr dünn, wiegen nicht mehr als 400 Gramm und nehmen bis zu 30 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit auf.“
  • Auch in dünnen Daunendecken kann man schlafen. „Sie wiegen mit 150 Gramm fast nichts und eignen sich für die heiße Sommerzeit, aber auch bis in den Frühherbst hinein für kühle Nächte.“
  • Kunstfaserfüllungen nehmen die Feuchtigkeit zwar nicht auf wie natürliche Füllungen, haben aber durchaus ihre Vorteile: Man kann sie gut waschen, sie trocknen schnell.
  • „Decken mit Mikrofaserfüllung sind besonders empfehlenswert, weil sie leicht und schmiegsam sind“, so Böhle. Man sollte jedoch bei Decken mit Kunststofffüllung generell auf Qualität achten. Werden Wärme und Feuchtigkeit schlecht abtransportiert, ist das in sehr warmen Nächten besonders unangenehm.

Die Bettdecke in die Kühltruhe zu stecken und dann kurz vorm Schlafengehen wieder rauszunehmen, ist nicht unbedingt sinnvoll. Der Kühleffekt hält nur kurz an. Marc Böhle: „Nachhaltiger ist es, auf eine leichte Sommerdecke einen kühlenden Bettbezug aufzuziehen.“

So bitte nicht! Fauler, erschöpfter, übergewichtiger Mann, der im Bett schläft und sich im Urlaub im Hotelzimmer schlecht fühlt.

So bitte nicht! Fauler, erschöpfter, übergewichtiger Mann, der im Bett schläft und sich im Urlaub im Hotelzimmer schlecht fühlt.

Imago/Zoonar

Auf was kann man beim Bettbezug achten?

„Bett- und Kissenbezüge haben direkten Hautkontakt mit dem Schläfer und sollten für ihn möglichst angenehm sein“, betont Böhle. Naturmaterialien wie Baumwolle oder Leinen sind besonders hautfreundlich. Leinen kühlt noch zusätzlich.

Von Bettwäsche aus Mikrofasern lässt man besser die Finger. „Die ist zwar pflegeleicht, trocknet schnell, reizt aber die Haut, weil die winzigen Mikrofaserpartikel daran reiben.“

Macht die Matratze in warmen Nächten einen Unterschied?

Wer nachts viel schwitzt, egal ob im Sommer oder im Winter, ist mit einer Federkernmatratze gut bedient. „Die lässt, anders als eine Matratze mit Schaumkern in der Mitte, mehr Luft durch“, erklärt Claudia Wieland vom Fachverband der Matratzen-Industrie.

Schaumkernmatratzen erwärmen sich durch die Körperwärme, was im Winter recht angenehm ist, im Sommer aber störend sein kann. Hier muss man sich also meist entscheiden, was einem wichtiger ist. „Die wenigsten kaufen zwei Matratzen, eine für den Winter und eine für den Sommer“, so Wieland.

Auf dem Markt sind Matratzen mit einer Sommer- und einer Winterseite. „Auf der Sommerseite sind dann einfache Materialien wie Baumwolle eingesteppt. Das hat aber kaum einen klimatischen Effekt“, konstatiert Marc Böhle.

„Die Matratze ist für den Schlaf bei Wärme nicht so ausschlaggebend wie eine gute Sommerdecke mit einem kühlenden atmungsaktiven Bettbezug“, sagt Claudia Wieland. Das Schlafklima in der sogenannten Betthöhle hänge vor allem von der Decke ab, und nur zu einem kleinen Teil von der Matratze. Eine spezielle Sommermatratze anzuschaffen, sei meist nicht notwendig. Wechseln Sie stattdessen besser die Bezüge.

Sie sind todmüde, können aber bei Hitze nicht einschlafen? Dann schlafen Sie vielleicht im falschen Bettmaterial.

Sie sind todmüde, können aber bei Hitze nicht einschlafen? Dann schlafen Sie vielleicht im falschen Bettmaterial.

Imago/Zoonar

Wie oft soll man die Bettwäsche wechseln?

Da man im Sommer und besonders in heißen Nächten mehr schwitzt, sollte man die Bettwäsche häufiger waschen. „Menschen, die im Schlaf stark schwitzen oder unbekleidet schlafen, sollten die Bettwäsche – sowohl Laken als auch Bett- und Kopfkissenbezüge – mindestens einmal pro Woche wechseln. Für alle anderen ist ein Wechsel in ein- bis zweiwöchigem Turnus ausreichend“, empfiehlt der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel.

Wie häufig sollte man sie reinigen?

Der Stoff ist innerhalb einer Woche vollgesogen mit Schweiß und übersät mit Hautschuppen und Haaren. Waschen Sie Ihr Bettzeug mindestens jede zweite Woche bei 60 Grad mit Vollwaschmittel.

Wie schädlich sind Milben im Bett?

Im Sommer kann eine Matratze mit bis zu zehn Millionen Hausstaubmilben bevölkert sein. Das ist nicht nur eklig, sondern auch schädlich. Der Milbenkot vermischt sich mit Hausstaub und mikroskopisch kleinen Hautpartikeln, die beim Einatmen Allergien hervorrufen können. Um die Milben mittels der UV-Strahlen der Sonne zu töten, sollten Sie Ihre Bettwäsche regelmäßig draußen lüften.

Diese Frau macht offenbar alles richtig.

Diese Frau macht offenbar alles richtig.

Imago/Westend61

Wie sinnvoll ist es, nackt zu schlafen?

Wenn Sie bei tropischen Nächten ohne Pyjama schlafen, sinkt die Körpertemperatur, und Sie schlafen leichter ein. Da der Schweiß direkt in die Bettwäsche geht, sollten Sie die Bettlaken jede Woche wechseln. Aus hygienischen Gründen ist deshalb ein leichter Pyjama zu empfehlen.

Hilft ein eisgekühlter Pyjama?

Legen Sie den Schlafanzug in eine Plastiktüte und ab in den Kühlschrank. Es gibt an heißen Sommernächten nichts Angenehmeres, als in einen vorgekühlten Pyjama zu schlüpfen. Der Effekt hält zwar nicht lange an, hilft aber beim Einschlafen.

Wie sollte man Matratzen behandeln?

In Sommernächten sickert circa ein Liter Schweiß in die Matratze. Zwar verdunstet ein Großteil, die Matratze saugt aber kontinuierlich die restlichen Tropfen auf. Regelmäßiges Lüften sowie ein Matratzenschoner helfen hier weiter. Er absorbiert den Schweiß rechtzeitig. Nicht vergessen: Waschen Sie die Unterlage mindestens einmal im Monat bei 60 Grad.

Wie lüftet man das Bett richtig?

Nach dem Aufstehen sofort das Bett machen? Auf gar keinen Fall. Lassen Sie es erst einmal abdampfen. Nach einer verschwitzten Nacht sind die Matratze und die Laken noch feuchtwarm und bieten ideale Vermehrungsmöglichkeiten für Milben. Lassen Sie deshalb nach dem Aufstehen die Bettdecke umgeschlagen, und öffnen Sie für zehn Minuten die Fenster.

Hilft eine Bettflasche auch in heißen Nächten?

Eine Wärmflasche kann auch kühlen. Legen Sie die mit Wasser gefüllte Flasche einfach tagsüber in den Kühlschrank und nehmen sie sie abends ins Bett. An den Füßen oder im Nacken hilft die „Kühlflasche“ dem Körper, Wärme abzugeben.

Welche Bettwäsche ist empfehlenswert?

Im Sommer ist eine luftige Zudecke genau das Richtige. Doch welcher Stoff passt?

  • Renforcé ist ein besonders strapazierfähiger und weicher Baumwollstoff. Er nimmt Feuchtigkeit gut auf und wirkt temperaturausgleichend.
  • Jersey besteht aus Baumwolle und synthetischen Fasern. Es ist ideal für den Sommer, weil es leicht und elastisch, saugfähig und klimaregulierend ist.
  • Bei Seersucker handelt es sich um gekreppte Bettwäsche, welche die Luft zirkulieren lässt. Sie ist angenehm leicht und muss nicht gebügelt werden.
  • Perkal, ein hochwertiger Baumwollstoff, ist weich und glatt, besonders atmungsaktiv und liegt kühlend auf der Haut.
  • Leinen ist besonders atmungsaktiv und liegt angenehm kühl auf der Haut. Leinen darf man nur im Schonwaschgang waschen und nicht zu stark schleudern.
  • Seide ist für Hausstauballergiker und bei Hautproblemen ideal geeignet. Das atmungsaktive und saugfähige Material ist perfekt für das ganze Jahr, weil es im Winter warm und im Sommer kühl hält.
  • Seide sieht edel aus und ist ideal für Allergiker.

    Seide sieht edel aus und ist ideal für Allergiker.

    Imago/BE&W

Wie bleibt das Schlafzimmer länger kühl?

Wer nicht gerade eine Klimaanlage zu Hause hat, kann gegen Hitze nur begrenzt etwas tun. Auch ohne technische Hilfe kann man aber wenigstens versuchen, das Schlafzimmer möglichst kühl zu halten – zum Beispiel, indem man es tagsüber dicht abdunkelt.

Wie schwitzt man in der Nacht weniger?

Das Schwitzen im Schlaf lässt sich einschränken: „Der Tipp ist, dass man am Tage auch schon versucht zu schwitzen“, erklärt Ingo Fietze vom Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Charité in Berlin. Wenn es angesichts der Temperaturen möglich ist, sollte man also etwas moderat Sport treiben. So sinkt das Wärmepensum, das der Körper nachts loswerden muss. (mit dpa-Material)