Gesundheits-Info: Wenn der Urin plötzlich eine seltsame Farbe hat

Nimmt der Urin Farbtöne wie diese an, sind viele erst mal besorgt.
dpa/Andrea WarneckeManche Menschen wollen es wissen: Sie nehmen Urin und Stuhlgang auf der Toilette genau in Augenschein. Und sind schnell beunruhigt, wenn das, was sie wahrnehmen, anders aussieht oder anders riecht als sonst. Die gute Nachricht: Oft sind diese Veränderungen harmlos, aber nicht immer. Ein Überblick:
Was die Farben über Urin verraten
Fangen wir mit dem Urin an.

Einige wollen es ganz genau wissen und begutachten genau, welche Farbe der Urin hat.
Foto: dpa/Franziska Gabbert
Egal, in welchen Farbton der Urin wechselt: Dauert die Verfärbung länger als zwei bis drei Toilettengänge an, sollten Betroffene die Ursache von einem Arzt abklären lassen. So kann Blut im Harn ein Hinweis auf eine Nierenerkrankung, auf Blasenkrebs oder etwa auf Harnstein sein. Was aber genau dahintersteckt ,das kann nur der Profi feststellen.

Bleibt die Veränderung in der Farbe des Urins oder des Stuhlgangs über mehrere Klogänge, lässt man das am besten ärztlich abklären.
Foto: dpa/Andrea WarneckeFrischer Urin ohne Geruch
Neben der Farbe sorgen sich manche mitunter auch über den Geruch ihres Urins. „Normalerweise ist frischer Urin eher geruchslos“, erläutert Axel Merseburger. Erst im Nachhinein entwickelt sich der typische Geruch. Nämlich dann, wenn der Urin durch Bakterien zersetzt wird.
Oft sind Geruchsveränderungen nur vorübergehend. „Das kann mit der Ernährung zu tun haben“, sagt Merseburger. Ein typisches Beispiel: der Spargel-Urin.
Ursächlich für einen fischigen Geruch von Urin kann vor allem bei Frauen eine Infektion im Genitalbereich sein, etwa eine Harnwegsinfektion oder eine Blasenentzündung. Riecht der Urin nach hingegen faulen Eiern, kann das ein Anzeichen für einen Tumor im Harnwegsbereich sein.
Dauert die Abweichung an, dann unbedingt den Harn ärztlich untersuchen lassen. Und wenn der Urin beim Wasserlassen schäumt? Dahinter kann eine Nierenerkrankung stecken - vielleicht ist es aber auch das Reinigungsmittel der Toilette.
Lebensmittel verändern auch Farbe des Stuhlgangs
Und was ist mit dem Stuhlgang? Was bedeutet es, wenn er sich verändert?

Was im Kot alles drinsteckt.
Foto: dpa-Infografik

Was die Farbe im Stuhlgang bedeuten kann.
Foto: dpa-InfografikWichtig: Ruhe bewahren!
Generell gilt: „Sich bloß nicht bei einer ungewöhnlichen Verfärbung des Stuhlgangs verrückt machen“, rät Petra Jessen. Erst einmal die Ernährung gedanklich Revue passieren lassen. Findet sich darüber kein Anhaltspunkt für die andere Farbe, dann zwei bis drei Stuhlgänge abwarten. Dauert die Verfärbung an, sollte man dies ärztlich untersuchen lassen.

Über ihren Stuhlgang reden die meisten Menschen nicht unbedingt gerne. Höchstens mit dem Arzt, wenn ihnen etwas dabei komisch vorkommt.
Foto: dpa/Zacharie ScheurerWas sagt sie Farbe von Urin und Stuhlgang bei Kindern aus?
Und wie sieht’s bei Kindern aus? „Bei Babys, die gestillt werden, sind alle Farbvarianten des Stuhlgangs normal“, unterstreicht Peta Jessen. Auch die Häufigkeit des Stuhlgangs kann von mehrmals täglich über alle zwei Tage bis einmal die Woche reichen – unnormal ist das nicht.

Entdecken Eltern nach den Töpfchengang ihres Kindes Blut im Stuhl, muss sie das nicht unbedingt beunruhigen - aber sie sollten es abklären lassen.
Foto: dpa/Mascha BrichtaFür Kinder, die in ihrer ersten Lebenszeit mit Säuglingsnahrung gefüttert werden, sowie für ältere Kinder gibt es ebenfalls keine Norm bei der Häufigkeit von Stuhlgang. Und für sie gilt ebenso wie für Erwachsene: Eine Verfärbung kann, muss aber nicht, mit der Ernährung zusammenhängen.
Ob Stuhlgang oder Urin: Für Kinder und Jugendliche sind regelmäßige ärztliche Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen. „Wenn Eltern besorgt über Aussehen oder Geruch der Ausscheidungen ihres Kindes sind, können sie dies bei den Untersuchungen zur Sprache bringen“, sagt Axel Merseburger. Und natürlich bei Bedarf jederzeit zwischendurch.