Schöner Brauch im Advent: Ein Weihnachtswichtel zieht ein

Was hat es mit den niedlichen Wichteltüren auf sich?
SamPaigeAnderson/ShutterstockDas Interesse an dieser süßen Weihnachtstradition wächst in Deutschland seit Jahren – 2021 erreichte es seinen bisherigen Höhepunkt, was sicher auch, wie so oft, mit Bildern und Videos auf Social Media zusammenhängt. Die Rede ist von Weihnachtswichteln und Wichteltüren, die im Advent im Kinderzimmer oder anderswo im Haus einziehen. Was hat es damit auf sich?
Der Brauch der Wichteltür
Aus dem Glauben an den Weihnachtswichtel (Julenisse) hat sich der Brauch der Wichteltür ergeben. Jedes Jahr zur Adventszeit zieht der Wichtel im Haus ein. Er wohnt hinter seiner eigenen, kleinen Tür – der Wichteltür.
Den Wichtel selbst bekommt man nie zu Gesicht, denn er kommt immer nur nachts heraus, wenn alle schlafen. Dann hilft er bei den Weihnachtsvorbereitungen und bringt Glück ins Haus. Zum Dank stellt man ihm kleine Teller mit Milchreis, Haferbrei oder anderen Leckereien vor die Tür.
Wichteltüren bringen zauberhafte Weihnachtsstimmung in die eigenen vier Wände – nicht nur für Kinder. Sie können eine liebevolle Ergänzung oder Alternative zum Adventskalender sein, denn rund um die Wichteltür gibt es zahlreiche Ideen, wie man die Adventszeit mit dem Nisse schön gestalten kann.
Kaufen Sie hier eine Wichteltür bei Amazon. (ANZEIGE)
Die Geschichte rund um Wichtel und Nisse
Kobolde spielen in der Mythologie und in den Traditionen der skandinavischen Länder eine wichtige Rolle. Insbesondere in Dänemark, Norwegen und auf den Färöer Inseln ist der „Nisse“ bekannt. Sein Name leitet sich ab von Niels, dem dänischen Wort für Nikolaus. In Schweden und Finnland sind die die Hauskobolde als Tomte oder Tonttu bekannt.
Generell kennt man die kleinen Märchenwesen beispielsweise aus Erzählungen von Hans Christian Andersen, Astrid Lindgren oder Selma Lagerlöf. Dabei gibt es viele verschiedene Kobolde, die unterschiedliche Aufgaben haben oder Streiche spielen. Der Sætternisse (Setznisse) etwa schmuggelt Druckfehler in Bücher und Zeitungen, während der Kirkenisse (Kirchennisse) dafür sorgt, dass Kirchen und Pfarrhäuser sauber und ordentlich bleiben.
Besonders populär ist der Julenisse – der Weihnachtswichtel. Er ist heute fester Teil der dänischen Weihnachtstradition und wird auch in Deutschland immer beliebter. Er wird beschrieben als älterer Mann mit weißem Bart und brauner oder roter Mütze. Seine Größe schwankt je nach Erzählung zwischen ein paar Zentimetern und halb so groß wie ein erwachsener Mann. Der Weihnachtswichtel hilft dem Weihnachtsmann beim Vorbereiten und Verteilen der Geschenke und möchte im Gegenzug mit Milchreis oder Porridge versorgt werden.
Im Laufe der Zeit hat ihn der Kommerz mehr und mehr dem amerikanischen Weihnachtsmann ähneln lassen, aber Nisse und Tomte haben immer noch Merkmale und Traditionen, die in der lokalen Kultur verwurzelt sind. Er wohnt nicht am Nordpol, sondern vielleicht in einem Wald in der Nähe, in Grönland oder Lappland; er kommt nachts nicht durch den Schornstein, sondern durch die Haustür; und auch wenn er heute manchmal in einem von Rentieren gezogenen Schlitten fährt, fliegen seine Rentiere nicht.
Ideen & Geschichten für Ihren Julenisse
Traditionell zieht der Julenisse zum 1. Advent oder zum 1. Dezember in die Häuser ein. Das heißt, Sie sollten am Vorabend oder früh morgens, unbemerkt von Ihren Kindern (oder wen auch immer Sie damit überraschen möchten), die Wichteltür und alle Accessoires aufbauen.
Die Wichteltür kann in der Regel einfach mit doppelseitigem Klebeband oder Klebestrips an einer Wand befestigt werden. Bei hohen Fußleisten bietet es sich an, eine kleine Leiter für die Wichteltür zu basteln oder zu kaufen, damit der Wichtel auch rein und raus gehen kann.
Der Einzug des Wichtels wird gerne begleitet von einem Brief, den der Wichtel an die Kinder oder alle Bewohner des Hauses geschrieben hat. Auch im Laufe der Weihnachtszeit können immer wieder neue Briefe vom Wichtel kommen, beispielsweise mit weihnachtlichen Ideen für die Kinder (z. B. Plätzchen backen, Baum schmücken). In seinen Briefen erklärt der Wichtel auch, wie sehr er Milchreis, Haferbrei oder Kekse mag und sich freut, wenn die Kinder ihm davon etwas vor die Tür stellen.
Unsere Buch-Empfehlung: 48 Wichtelbriefe für die zauberhafte Wichteltür im Advent. (ANZEIGE)
Mit diesen Ideen können Sie die Weihnachtszeit mit der Weihnachtstür zu einem ganz besonderen Erlebnis machen:
Auf vielen Familienblogs finden sich zahlreiche schöne Ideen, was der Weihnachtswichtel noch alles anstellen oder wie er die Weihnachtszeit verschönern kann. Inspiration finden Sie beispielsweise hier:
Wann zieht der Weihnachtswichtel wieder aus?
An Weihnachten bzw. nach den Weihnachtsfeiertagen zieht der Wichtel wieder aus. Seine Arbeit ist getan und er packt seine Sache. Wenn Sie zum Einzug des Wichtels eine kleine Baustelle eingerichtet haben, können Sie dies zum Auszug natürlich auch wieder machen. Oder Sie stellen 1-2 Tage vor dem Auszug einen kleinen Koffer vor die Tür? Damit Ihren Kindern der Abschied nicht so schwer fällt, bietet es sich an, wenn der Wichtel einen letzten Brief schreibt, in dem er auch ankündigt, dass er im nächsten Jahr bestimmt wiederkommen wird (wenn Sie planen, den Wichtel auch im nächsten Jahr wieder einziehen zu lassen).
Wichteltüren können die Adventszeit wirklich verschönern und vor allem können Sie individuell auf Ihr Kind und Ihre Familie zugeschnitten werden – sowohl vom Design der Tür, als auch von den Aktionen, die Sie sich für den Wichtel und Ihre Kinder überlegen.