Zecken entfernen
: Kopf ist stecken geblieben: Was tun?

Beim Entfernen von Zecken bleibt oft der Kopf beziehungsweise das Mundwerkzeug stecken. Was ist in diesem Fall zu tun?
Von
Lukas Böhl
Stuttgart
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Was tun, wenn der Kopf feststeckt?

Sahara Frost / shutterstock.com

Eine Zecke entfernt man am besten mit einer Pinzette oder einer Zeckenkarte. Dabei sollte man das Tier am Kopf oder am Beißwerkzeug packen – niemals am vollgesogenen Körper. Denn dadurch kann man Bakterien in die Wunde pressen. Die Zecke wird dann nach oben gezogen. Hierbei kann jedoch das Mundwerkzeug der Zecke abgetrennt werden, sodass Reste in der Wunde zurückbleiben.

Zeckenkopf stecken geblieben: Was jetzt?

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit schreibt auf seiner Webseite, dass normalerweise nicht der Kopf der Zecke stecken bleibt, sondern der Stechapparat. Von diesem gehe aber keine Infektionsgefahr aus. Man kann ihn mithilfe einer Lanzette oder Pinzette entfernen. Falls sich die Zeckenreste nicht entfernen lassen, stößt der Körper diese mit der Zeit von selbst ab, wie die englische Gesundheitsbehörde NHS mitteilt. In jedem Fall sollte die Wunde nach dem Entfernen der Zecke gut desinfiziert werden, um Infektionen zu vermeiden.

Wunde nach dem Entfernen beobachten

Das RKI empfiehlt nach einem Zeckenstich vor allem, die Einstichstelle über mehrere Tage und Wochen im Blick zu behalten. Hilfreich kann auch ein Foto sein, um Veränderungen besser zu erkennen.

Wichtig ist besonders eine sich ausbreitende, ringförmige Rötung – die sogenannte Wanderröte. Sie kann auf eine beginnende Borreliose hinweisen. Typisch ist, dass die Rötung außen stärker ist und in der Mitte heller wirkt. Manchmal sieht sie aber auch weniger eindeutig aus und „wandert“ nur. In solchen Fällen sollte die Stelle ärztlich abgeklärt werden.

Außerdem sollte man nach einem Zeckenstich in einem FSME-Risikogebiet auf grippeähnliche Beschwerden achten. Treten innerhalb von 7 bis 14 Tagen Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- oder Gliederschmerzen auf, kann ebenfalls ein Arztbesuch sinnvoll sein.

Eine vorsorgliche Antibiotikabehandlung direkt nach einem Zeckenstich empfiehlt das RKI nicht. Antibiotika kommen erst infrage, wenn es einen begründeten Verdacht auf Borreliose gibt – etwa bei Wanderröte, neurologischen Beschwerden oder einer starken Gelenkschwellung.