Attacken auf Politiker Demokraten werden weder beleidigend noch handgreiflich
Die Zahl der Angriffe auf Politiker hat massiv zugenommen. Das zeugt vom Verfall der politischen Kultur in unserem Land, meint unser Autor Armin Käfer.
Die Zahl der Angriffe auf Politiker hat massiv zugenommen. Das zeugt vom Verfall der politischen Kultur in unserem Land, meint unser Autor Armin Käfer.
Demokratie kommt ohne Drohungen, Schmähworte und Schläge aus. Insofern ist die neueste Bilanz zu Angriffen auf Politiker ein schlechtes Zeugnis für den Zustand unserer Demokratie. Die Zahl der Attacken nimmt von Jahr zu Jahr zu. Im Zuge des Wahlkampfs 2025 hat dieses Übel ein erschreckendes Niveau erreicht. Am häufigsten waren Vertreter der AfD Ziel solcher Übergriffe, oft auch Christdemokraten und Grüne. Die Parteizugehörigkeit ist in diesem Zusammenhang allerdings zweitrangig.
Es gibt viele vernünftige Gründe, das Gerede aus den Reihen der AfD, die rechte Propaganda dieser Partei, Verfassungsfeinde in ihren Reihen zu kritisieren. Dies zu tun, ist geradezu ein Dienst an der Demokratie. Beleidigungen, Rangeleien oder gar Prügel ersetzen aber keine Argumente. Sie sind eher ein Indiz für den Mangel an stichhaltigen Einwänden.
Die horrende Zahl solcher Untaten zeugt vom Verfall der politischen Kultur in unserer Republik. Just die AfD ist sowohl Ursache als auch Profiteur dieses unseligen Trends. Ihr kommt also keineswegs eine Märtyrerrolle zu. Wer Deutschland vor ihr bewahren will, sollte nicht auf Methoden verfallen, die in rechten Kreisen durchaus üblich sind. Wer sich mit Krakeelern und Schlägern gemein macht, indem er sich ebenso rüde benimmt, verhält sich in gleicher Weise demokratieschädlich. Dazu sollte sich niemand herablassen, der verstanden hat, was im Grundgesetz steht.