Stuttgarts OB Frank Nopper nutzt den CDU-Parteitag für eine Aufzählung der Vorzüge der Stadt. Dafür erntet er in den sozialen Medien Spott.
Wird Stuttgart das neue Detroit? Wegen der aktuellen Krise in der Automobilindustrie wird immer wieder der Vergleich mit der einst stolzen amerikanischen Autostadt und deren Niedergang ins Spiel gebracht. Klar, dass dies Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) gar nicht schmeckt. Am Freitag dann nutzt der 64-Jährige den CDU-Parteitag in Stuttgart für eine lokalpatriotische Rede über die Vorzüge der Landeshauptstadt – und bringt einen neuen Vergleich mit einer anderen US-Stadt ins Spiel.
Das Treffen seiner Partei gebe ihm „die hochwillkommene Gelegenheit, Stuttgart in gebührender Form zu loben und zu preisen“, sagt Nopper in seinem Grußwort. Dann nimmt die Lobeshymne seinen Lauf: „Stuttgart ist die ideale Mischung von Moderne und Tradition, von Spätzle und Spitzentechnologie.“ Und weiter: „Stuttgart ist die Geburtsstadt der ersten, der besten, der innovativsten und umweltfreundlichsten Automobile. Stuttgart ist die Kultur-, Ballett- und Opernhauptstadt Europas.“ Mit Stuttgart 21 erhalte die Stadt außerdem „einen der attraktivsten Bahnhöfe der Welt“.
„Fremdschämen für alle Stuttgarter“ – Spott für Nopper-Rede
Statt den Vergleich zu Detroit entscheidet sich Nopper für eine andere amerikanische Stadt: „Stuttgart ist das deutsche San Francisco“, sagt der OB und führt aus: „Mit beeindruckenden Hügeln und mit Cable Cars, die Zacke genannt werden.“ Genau hier hinkt der Vergleich aber: Denn anders als die seilbetriebenen Straßenbahnen in San Francisco wird die „Zacke“ eben nicht von einem „Cable“, also Seil gezogen, sondern durch ein Zahnrad angetrieben. Was die Technik angeht, hätte der Vergleich zur Standseilbahn im Stuttgarter Stadtteil Heslach wohl besser gepasst. Aber sei’s drum. Weiter geht’s mit Stuttgarts Vorzügen.
Die Grabkapelle auf dem Württemberg zum Beispiel sei „das deutsche Taj Mahal“, fährt Nopper fort – und der amtierende deutsche Fußball-Pokalsieger komme ebenfalls aus der Landeshauptstadt: der VfB Stuttgart. In den sozialen Medien erhält der OB eher Spott für seine Rede: „Fremdschämen für alle Stuttgarter:innen“, heißt es etwa von einem Nutzer auf Bluesky. Ein anderer vermutet: „Vielleicht war Trollinger in der Flädchensuppe.“ Oder es heißt: „Tod durch Cringe.“