Auto-Industrie in Sindelfingen Mercedes-Werk soll in die Höhe wachsen
Im Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen sind einige Neubauten geplant. Die Erweiterung in der Fläche ist nicht vorgesehen, es wird eher in die Höhe gehen.
Im Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen sind einige Neubauten geplant. Die Erweiterung in der Fläche ist nicht vorgesehen, es wird eher in die Höhe gehen.
Auch wenn die Automobil-Industrie derzeit durch schwierige Zeiten geht, blicken die Verantwortlichen bei Mercedes-Benz in die Zukunft. Das Werk in Sindelfingen muss sich weiterentwickeln und soll sich verändern.
Einige Hallen sind inzwischen veraltet, es braucht Um- und Neubauten. Zudem müssen sich die Autobauer der Daimler AG noch stärker in Richtung Transformation orientieren und die Produktion für alternative Antriebe optimieren.
Die Werk-Verantwortlichen haben vor, dafür größere zusammenhängende Hallenstrukturen zu schaffen. „Die veraltete Gebäudestruktur soll deshalb sukzessive durch moderne Gebäude ersetzt werden“, heißt es im Werkentwicklungsplan von Mercedes-Benz.
In der Stadt wird dies zunächst sehr positiv aufgenommen. „Das ist ein klares Bekenntnis zum Standort Sindelfingen“, sagte Oberbürgermeister Markus Kleemann (CDU) im Gemeinderat. Dass Daimler vor Ort kräftig investieren und das Werk ausbauen will, ist für Sindelfingen enorm wichtig.
Und dennoch müssen Stadtverwaltung, Gemeinderat und Unternehmen zusammenfinden. Denn um all die Ausbauvorhaben im Werk realisieren zu können, braucht es aktualisierte Bebauungspläne, damit baurechtlich alles passt. Diese Pläne werden derzeit im Sindelfinger Rathaus vorberaten und diskutiert – so zum Beispiel im Technik- und Umweltausschuss des Gemeinderats am vergangenen Donnerstag.
Zu größeren Änderungen wird es demnach bei den erlaubten Gebäudehöhen kommen – gerade hier war es zwischen Stadtverwaltung und Mercedes-Benz zu einigen Diskussionen gekommen, wie zu hören war. „In so einem Thema stecken auch Konflikte drin“, sagte Baubürgermeisterin Corinna Clemens im Ausschuss, „aber jetzt können alle gut damit leben.“
Konkret ist nun in weiten Teilen des Werks eine mögliche Gebäudehöhe von 34 Metern vorgesehen, wie sie im Nordwesten Richtung Maichingen bereits zum Teil besteht. Grundsätzlich sind sogar Höhen bis zu 50 Metern möglich, allerdings nur im Fall von technischen Aufbauten wie Lüftungs- oder Bandförderanlagen.
„Wichtig war uns die Absenkung zur Innenstadt“, erläuterte Pirmin Heim, der Abteilungsleiter Stadtentwicklung im Rathaus, „damit da keine riesige Gebäudefassade entsteht.“ Im Bereich an der Hanns-Martin-Schleyer-Straße sowie in Richtung Flugfeld soll also eine maximale Höhe von 25 Metern gelten. Zudem muss die Frischluftschneise, die vom Klärwerk in Richtung IKEA führt und in der die Mercedes-Teststrecke platziert ist, erhalten bleiben.
Bis es tatsächlich zu Bauaktivitäten auf dem 2,7 Quadratkilometer großen Werksgelände kommt, wird es noch dauern. Der Gemeinderat muss am nächsten Dienstag den Rahmenplan beschließen, der als Grundlage für die neuen Bebauungspläne dient. Das Verfahren, bei dem auch die Öffentlichkeit beteiligt wird, zieht sich eine Weile.
Offenbar wenig begeistert sind die Mercedes-Benz-Verantwortlichen davon, dass der Landkreis über eine Stadtbahn-Verlängerung von Stuttgart-Vaihingen bis Sindelfingen und Böblingen nachdenkt, die direkt durch das Mercedes-Werk führen soll. Die Stadt Sindelfingen soll nun beim Landkreis vorsprechen und erreichen, dass alternative Streckenführungen geprüft werden.