Bahn-Fernverkehr Was sich im neuen DB-Fahrplan für Stuttgart ändert

Ein neuer barrierefreier ICE L bei der Probefahrt auf der Geislinger Steige: Diese Züge werden ab dem Sommer 2026 von Stuttgart nach Oberstdorf fahren. Foto: Raphael Krammer/CC BY 4.0

Am Wochenende startet der neue Fahrplan bei der Bahn. Wir stellen die Neuigkeiten im Fern- und Nahverkehr rund um Stuttgart vor.

Stadtentwicklung & Infrastruktur: Andreas Geldner (age)

Der Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn steht am 14. Dezember nun unmittelbar bevor. Hier noch einmal zusammengefasst, was sich rund um Stuttgart ändert.

 

Neuer Sprinter nach Berlin

Highlight im Fernverkehr bleibt die Einführung des bisher schnellsten ICE von Stuttgart nach Berlin. Abfahrt morgens ist um 7.03 Uhr in Stuttgart, die Ankunft in Berlin ist um 11.47 Uhr. Zurück geht es abends von Berlin um 16.12 Uhr, Stuttgart erreicht man um an 20.57 Uhr. Damit ist man zwischen Stuttgart und Berlin mit rund 4 Stunden 45 Minuten Fahrtzeit eine Stunde schneller als die bisherigen zweistündlichen Direktverbindungen über Frankfurt. Von und nach Nürnberg sinkt die Fahrtzeit auf weniger als zwei Stunden. Bei diesem Zug müssen sich aber die Fahrgäste ein paar Tage über den Fahrplanwechsel hinaus gedulden: Baustellenbedingt fährt er erst vom Donnerstag 18. Dezember an.

Auch die zweistündlich bestehenden Umsteigeverbindungen von Stuttgart nach Berlin über Aalen mit Transfer in Nürnberg werden um 20 bis 30 Minuten schneller. Damit erreicht man hier eine Fahrzeit zwischen Stuttgart und Berlin von 5 Stunden 15 Minuten. Das gelingt durch eine Verkürzung der bisher langen Umsteigezeit in Nürnberg. Diese Verbindungen über Erfurt und Halle starten erst am Sonntag 21. Dezember.

Jede halbe Stunde nach Mannheim und weiter nach Göttingen

Alle halbe Stunde fahren ICE-Züge von Mannheim jeweils nach Stuttgart und nach Frankfurt sowie Göttingen (teils mit Umstieg in Fulda). Das wird deshalb möglich, weil ein Teil der ICE-Züge nach Hamburg nicht mehr den Umweg über Frankfurt Flughafen fährt.

Der ICE aus München über Ulm, Stuttgart und Mannheim nach Amsterdam fährt künftig zwei Stunden früher um 16.26 Uhr ab Stuttgart und kommt entsprechend auch früher in Amsterdam um 21.29 Uhr an.

Alle zwei Stunden an den Rhein und die Ruhr

Durchgehend zweistündlich geht es von Stuttgart und Mannheim in den Ballungsraum Rhein/Ruhr. Eine bisherige Taktlücke am frühen Nachmittag wird geschlossen. Auf der Achse NRW–Koblenz–Mainz–Mannheim fahren zwei Eurocity-Zugpaare nicht mehr wie bisher Richtung Schweiz weiter, sondern erreichen über Heidelberg dann Stuttgart. Auch das ermöglicht nun am frühen Nachmittag einen durchgehenden Takt.

Erhalten bleibt das Direktzugpaar Nordrhein-Westfalen-Stuttgart–Oberstdorf. Ab dem kommenden Sommer kommen dort die neuen ICE L zum Einsatz, die barrierefrei zugänglich sind und ein Bordrestaurant bieten. Wegen zu niedriger Bahnsteige müssen dann allerdings die bisherigen Halte in Göppingen und Plochingen entfallen. Der Zug benötigt baubedingt zwischen Heidelberg und Ulm aber rund eine halbe Stunde länger und hält ab Juni 2026 nicht in Stuttgart Hbf, sondern ersatzweise in Vaihingen/Enz beziehungsweise Esslingen.

Abstriche bei einzelnen Verbindungen

Es gibt aber auch Abstriche. Auf der Gäubahn fahren wegen anhaltender Pünktlichkeitsprobleme die stündlichen IC-Züge zunächst bis Mitte Juni nur noch alle zwei Stunden direkt nach Zürich. Ansonsten muss in Singen umgestiegen werden. Von Zürich aus nach Stuttgart bleibt es bei den stündlichen Direktzügen.

Die Intercity-Linie nach Zürich wird im neuen Fahrplan wegen dauernder Verspätungen teilweis gekappt. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich/IMAGO/Arnulf Hettrich

Tübingen und Plochingen verlieren das Intercity-Zugpaar aus Nordrhein-Westfalen, das künftig nicht weiter als von und bis Stuttgart verkehrt. Auch der österreichische Railjet zwischen Frankfurt, Stuttgart, Friedrichshafen und Innsbruck wird gestrichen. Es gibt zudem morgens und abends von Mannheim, Stuttgart und Ulm morgens und abends keine ICE-Direktverbindung nach Innsbruck mehr.

Wenige Änderungen im Nahverkehr

In der Großregion Stuttgart sind bei Regionalzügen die Neuerungen überschaubar. So fährt die Ermstalbahn zwischen Tübingen und Bad Urach montags bis freitags durchgehend im Halbstunden-Takt. Zwischen Stuttgart und Ulm sowie zwischen Stuttgart und Tübingen verschieben sich teilweise Fahrzeiten, zumeist nur im Minutenbereich.

Alte Nahverkehrswagen verschwinden

Zwischen Stuttgart und Aalen sowie Stuttgart und Würzburg werden keine Züge des Anbieters TRI mehr unterwegs sein, der mit nostalgischen, aber nicht barrierefreien alten Nahverkehrswagen einzelne Leistungen übernommen hatte. So konnten die normalerweise dort verkehrenden Züge auf das künftige rund um Stuttgart verbaute digitale Signalsystem umgerüstet werden.

Auf der Linie nach Würzburg sind nun moderne Triebwagen des Typs Alstom/Bombardier Talent 3+ unterwegs. Auch zwischen Stuttgart und Aalen fahren nun neue Züge, dort von Siemens. Für Nostalgiker bleiben noch einige Verbindungen auf der Linie RE 90 nach Crailsheim und Nürnberg.

Neuer ICE sorgt für Verwerfungen

Auf der Murrbahn zwischen Stuttgart und Schwäbisch Hall Hessental führt die neu eingeführte ICE-Sprinter-Verbindung zwischen Stuttgart und Berlin zu veränderten Fahrzeiten einiger Regionalzüge.

So muss ein morgendlicher Regionalexpress der Linie RE 90 neun Minuten früher in Stuttgart abfahren, also um 6.44 Uhr. Durch veränderte Zugkreuzungen auf der eingleisigen Strecke muss ein morgendlicher MEX 90 um fünf Minuten früher, also um 7.20 Uhr, von Schwäbisch Hall-Hessental abfahren. Ein abendlicher RE 90 wird Stuttgart Hbf um 21.23 Uhr statt bisher um 21.06 Uhr erreichen.

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