Bahnverkehr in Stuttgart Aus für den ICE-Sprinter nach Berlin? OB Nopper kritisiert Bevorzugung Münchens

Im Dezember 2025 ging der ICE-Sprinter Stuttgart-Berlin auf Premierenfahrt. Nun droht das Aus. Foto: Julian Rettig

Erst seit Dezember verbindet ein ICE-Sprinter Stuttgart und Berlin. Nun droht bereits das Aus – sehr zum Ärger von OB Frank Nopper. Die DB-Chefetage hat Post aus Stuttgart bekommen.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Die Stadt Stuttgart stemmt sich gegen die drohende Einstellung des erst im Dezember 2025 eingeführten ICE-Sprinters zwischen Stuttgart und Berlin. Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) hat sich in einem Schreiben an die Spitze der Deutschen Bahn gewandt und fordert die Beibehaltung der Direktverbindung. Adressaten des Schreibens aus dem Rathaus sind die DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla, der DB-Vorstand Personenfernverkehr Michael Peterson und die DB-Konzernbevollmächtigte für das Land Baden-Württemberg Clarissa Freundorfer.

 

Dem täglichen Sprinter droht, wie berichtet, zum kleinen Fahrplanwechsel am 14. Juni 2026 wieder das Aus. Als Grund nennt die Deutsche Bahn die starke Belastung des Bahnknotens Berlin durch zahlreiche Baustellen. Der Zug verbindet Stuttgart und Berlin derzeit einmal täglich pro Richtung in rund vier Stunden und 45 Minuten via Nürnberg. Das ist eine Stunde kürzer als der übliche Weg über Frankfurt/Main.

Nopper zeigt für die Pläne der Bahn wenig Verständnis. „Der deutsche Südwesten braucht eine gute und schnelle ICE-Anbindung nach Berlin. Und Berlin braucht eine gute und schnelle Verbindung in den deutschen Südwesten“, sagt der Oberbürgermeister. Besonders kritisiert er die unterschiedliche Behandlung von Stuttgart und München im Fernverkehrsnetz der Bahn.

Nach Angaben Noppers sollen die zahlreichen Sprinter-Verbindungen zwischen München und Berlin trotz der Bauarbeiten bestehen bleiben. „Dieses Ungleichgewicht von Stuttgart und München bei der ICE-Sprinter-Direktanbindung ist nicht nachvollziehbar und nicht akzeptabel“, schreibt der Rathauschef. Während München laut Nopper auf 14 tägliche Sprinter nach Berlin und 16 in Gegenrichtung komme, drohe Stuttgart der vollständige Verlust der erst vor wenigen Monaten eingeführten Direktverbindung.

Dabei verweist der Oberbürgermeister auch auf die wirtschaftliche Bedeutung der Region Stuttgart. Diese sei mit rund 2,8 Millionen Einwohnern nahezu so groß wie die Region München mit 2,9 Millionen Einwohnern. Entsprechend müsse sich dies auch im Fernverkehrsangebot widerspiegeln.

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