Jetzt bei Burgermeister in Stuttgart am Start: der Betriebsleiter der neuen Filiale, Adith Raj Ikkarathara Raju, mit dem Marketingchef Simon Büttner bei der Eröffnung. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Ein bisschen Schlangestehen musste sein: Am Donnerstag hat Burgermeister neu in Stuttgart eröffnet – selbstbewusst mitten im Burger-Zentrum der Stadt. Die Kette hat große Pläne.
Zu McDonald’s und Burger King sind es nur wenige Schritte, Five Guys und Goldies sind auch nicht weit weg. Burgermeister hat sich mit seiner ersten Filiale in Stuttgart absichtlich mitten ins Burger-Zentrum der Stadt rund um den Rotebühlplatz positioniert. „Jetzt beginnt die spannende Phase“, erklärte Simon Büttner nach der Eröffnung am Donnerstag. Denn die Gäste könnten sich nun selbst überzeugen, wo es die beste Qualität zum fairsten Preis gebe. Laut einer Statistik hat die Berliner Marke den Wettbewerb schon fast gewonnen: In einer Rangliste, wer den meisten Umsatz pro Lokal erzielt, steht Burgermeister mit 3,25 Millionen Euro auf Platz zwei in Deutschland – hinter McDonald’s und vor Burger King. „Ab Minute eins kamen die ersten Leute“, freut sich der Marketingchef und kündigte gleich die zweite Filiale für Stuttgart an.
Der „Meister aller Klassen“ und der Cheeseburger, wie sie frisch in der Stuttgarter Filiale zubereitet werden – mit Pommes und Käsesoße. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Burgermeister verzichtet seinen Angaben zufolge auf Tiefkühlware. Selbst gebackene Buns und Pattys aus irischem Fleisch werden täglich aus der Berliner Produktionsstätte geliefert. Für zwei Lokale zahlt sich der Aufwand mehr aus als nur für eines. „Damit wollen wir die Effizienz steigern“, erklärt Simon Büttner. Pommes frites werden zum Beispiel auch in jeder Filiale aus ganzen Kartoffeln geschnitten. „Das macht uns anders vom Geschmackserlebnis“, ist der Unternehmenssprecher überzeugt, „trotzdem sind wir sensationell fair bei den Preisen.“ Ein Cheeseburger kostet sieben Euro, der „Meister aller Klassen“ mit Speck und zwei Buletten 10,90 Euro. Waldmeister heißt die vegane Variante auf Sojabasis. „Bei uns gibt es klassische Burger ohne Firlefanz und Schnickschnack“, sagte Simon Büttner, und einer reiche zum Sattessen. Selbst gebackene Kekse und Milchshakes stehen außerdem auf dem Display.
Seit 27. November geöffnet: Burgermeister am Rotebühlplatz Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
„Wir gehen selbstbewusst und mutig mit unserem Konzept mitten rein“, kommentierte Simon Büttner die Standortwahl. Auch in München bezog Burgermeister eine Fläche „in der Burgerhochburg“. Nächste Woche stehen Eröffnung in Köln, Erfurt und Essen an. Stuttgart ist die 25. Filiale der Berliner Marke, 50 neue sollen im nächsten Jahr dazu kommen, darunter eine in London. „Burgermeister ist eine Lovebrand, die wir weltweit ausrollen wollen“, kündigt der Marketingchef an. Der Fast Food-Anbieter punktet mit seiner Geschichte: Der Gründer Cebrail Karabelli eröffnete 2006 seinen ersten Imbiss in einem ehemaligen Toilettenhäuschen am Schlesischen Tor. Die Adresse werde in jedem Reiseführer empfohlen, sagt Simon Büttner. Auch in Stuttgart hat er den Eindruck, dass viele Kunden Burgermeister von einer Reise nach Berlin kennen. Im Lokal am Rotebühlplatz erinnern geflieste Wände an diese Ursprünge, hölzerne Bänke an die U-Bahn, ein Graffiti und Hiphop-Musik an die hippe Herkunft.
„Wir haben das Potenzial zum nächsten McDonald’s zu werden“, sagt Simon Büttner. Wann der zweite Laden für Stuttgart kommt, ist offen. Eine Fläche zu finden, sei bereits für den ersten Standort schwierig genug gewesen. Im Mai hätte die Eröffnung ursprünglich stattfinden sollen, wurde aber durch baurechtliche Probleme verzögert. „Was lange währt, wird endlich gut“, befand der Marketingchef angesichts des Hochbetriebs im neuen Stuttgarter Burgermeister.