Besuch beim Multimillionär Der Chef verkauft bis heute noch selbst

Von Caroline Holowiecki 

Michael Hausenblas ist Multimillionär und redet gern darüber. Der ehemalige Hauptschüler und Staubsaugervertreter hat seine Erfolgsgeschichte zur Marke gemacht. Und sagt: Jeder kann das schaffen.

Michael  Hausenblas zeigte schon als Siebenjähriger Verkaufstalent. Foto: Caroline Holowiecki
Michael Hausenblas zeigte schon als Siebenjähriger Verkaufstalent. Foto: Caroline Holowiecki

Bonlanden/Altdorf - Michael Hausenblas wirkt so smart wie der Star einer US-Vorabendserie. Das Haar perfekt, der Anzug schick, aber nicht zu formell, das Lächeln weiß und breit. Tatsächlich klingt seine Geschichte auch wie der amerikanische Traum. Michael Hausenblas, der Bub aus dem Allgäu, der Hauptschüler, hat es mit dem Verkauf von Staubsaugern zum Multimillionär gebracht. Eine Erfolgsstory, die ihm und seiner Frau vor einigen Jahren eine eigene Dokusoap „Hausenblas – Staubsaugervertreter Deluxe“ im Privatfernsehen beschert hat. „Sie kam schon ein paar Mal als Wiederholung“, sagt der 50-Jährige und zeigt wieder dieses Lächeln.

Die Eheleute sind extrovertiert. Die schwäbischen Geissens, sagen manche. Aus seinem Reichtum macht Michael Hausenblas keinen Hehl. Warum auch, er habe sich alles selbst erarbeitet, „ich habe keine Erbschaft gemacht und nicht im Lotto gewonnen“. Fernsehteams laden er und seine Gattin bereitwillig in die Villa in Altdorf ein, führen sie durchs riesige Ankleidezimmer oder in die Garage mit Luxuswagen. Das Unternehmen selbst hat seinen Sitz in Bonlanden. Auf seiner Homepage inszeniert sich Michael Hausenblas mit Promis, Yachten und an Rolls-Royce-Kühlerhauben. „Ich habe mich selbst promotet“, sagt er. „Ich bin meine eigene Marke.“

Mit seinem Geld verdient er Geld

Und tatsächlich: Mit seinem Geld verdient er Geld. Der Unternehmer tritt als Coach und Autor auf. „Das Millionärskonzept“ heißt sein Buch, Untertitel „Jeder kann es schaffen“. In den USA gelte ein Vertreter, der mit dem Porsche vorfahre, als besonders erfolgreich und bekomme so mehr Kunden. „Ich lebe da etwas amerikanisch“, sagt er.

Michael Hausenblas ist Verkäufer durch und durch. Sein herausragendes Talent hat er schon als Siebenjähriger beim Verkauf von Fahrradklingeln auf dem Schulhof gezeigt. Der Startschuss zur Topkarriere fiel mit 19. Als Hilfsarbeiter schaffte er in einer Stanzfabrik für Lederwaren – und beobachtete die Handelsvertreter mit ihrer schönen Kleidung und den tollen Autos, „die Götter“. Eines Tages sagte er, er wolle auch Handelsvertreter werden. Eine Woche und den Toyota der Sekretärin gab ihm der Chef. „Ich habe mehr zusammengebracht als alle anderen.“

Die Nummer zwei ist der erste Verlierer, sagt er

Gürtel hat Michael Hausenblas verkauft, Luxusautos und dann eben Staubsauger – und immer besser und vor allem engagierter als die Konkurrenz. Wenn andere Feierabend machten, führte er Verkaufsgespräche. Bis heute hat er immer einen Staubsauger im Kofferraum. Der Chef verkauft noch selbst, geht in Hotels oder Privatwohnungen, um anderen teppichsaugend seine Artikel anzupreisen. „Warum soll ich nicht weitermachen, was mich erfolgreich gemacht hat?“, fragt er.

Michael Hausenblas ist ein Workaholic. „Für mich ist die Nummer zwei der erste Verlierer“, stellt er klar. Siegertypen wie Ronaldo oder Michael Schumacher nennt er als Vorbilder. Jeden Abend halte er Vorträge, arbeite sechs Tage die Woche. Bei der Frage nach Hobbys stockt er kurz. Er lese gern – allerdings Fachliteratur. Er trenne eben nicht. „Ich habe das Gefühl von Arbeit nie gehabt“, sagt er, „bei mir ist das ganze Leben damit verbunden.“ Der Neubau seiner Firma entsteht aktuell unmittelbar neben seinem Wohnhaus.

Im Büro, zwischen schier unglaublich vielen Auszeichnungen für Verkaufsrekorde, steht im Regal aufgestellt ein vergilbtes Stück Papier. Ein Scheck, den Michael Hausenblas vor fast 20 Jahren symbolisch an sich selbst ausgestellt hat. Ein Scheck über eine Million D-Mark. Als Fernziel. Das hat er längst erreicht. Er betrachtet den vergilbten Scheck kurz. Er sei für ihn wie ein Magnet, sagt er. Dann schaut er auf. Und lächelt sein Gewinnerlächeln.




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