Nachdem das Stadtplanungsamt kürzlich hat durchblicken lassen, dass es im Streit über die künftige Verkehrsregelung auf dem Königsträßle eine Fahrradstraße priorisiert, hat der Bezirksbeirat Birkach mehrheitlich seine Ablehnung gegen diese Lösung bekräftigt und auf Tempo 40 ohne Bevorrechtung der Radfahrer plädiert.
Der Beschluss des Gemeinderats dürfte nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Zuletzt hatte vieles darauf hingedeutet, dass aus dem Königsträßle, der schmalen Verbindungsstraße zwischen Schönberg und der Waldau, künftig tatsächlich eine Fahrradstraße werden könnte. Sogar die Stadtverwaltung kann, wie eine Analyse des Stadtplanungsamts ergeben hat, dieser Variante viel Positives abgewinnen.
Eine Mehrheit ist nachdrücklich gegen eine Fahrradstraße
Während der Bezirksbeirat Degerloch diesem Szenario fast einmütig mit einer gewissen Vorfreude entgegenblickt, stemmt sich eine konservative Mehrheit plus SPD im Bezirksbeirat Birkach noch immer nachdrücklich gegen eine Fahrradstraße auf dem Straßenabschnitt. Ein entsprechender interfraktioneller Antrag von CDU, SPD, FDP und Freien Wählern, zwischen den Ortsgrenzen Degerloch und Schönberg „die aktuelle Verkehrsregelung mit Tempo 40 beizubehalten“, hatte diese Woche im Birkacher Bezirksgremium eine Mehrheit gefunden. Lediglich die Grünen lehnten den Antrag ab.
Damit rücken die Gegner einer Fahrradstraße im Bezirksbeirat von ihrer früheren Maximalforderung, die ursprüngliche Tempo-60-Regelung beizubehalten, ab und nähern sich der Tempo-30-Forderung des ökologischen Lagers in Birkach an.
Tempo 30 wäre vorgeschrieben, wenn auf diesem Abschnitt der Hauptradroute 3 eine Fahrradstraße eingerichtet werden würde, die gleichzeitig für den Kraftfahrzeugverkehr geöffnet bliebe.
Stadtplaner: Für Tempo 40 fehlt die Rechtsgrundlage
Der Aussage des Stadtplanungsamtes, dass für Tempo 40 nach der Sanierung des Fahrbahnbelags und der Tatsache, dass das Königsträßle Bestandteil des kommunalen Vorbehaltsnetzes sei, die Rechtsgrundlage fehle, widersprechen die Antragssteller in Birkach nachdrücklich. Eine Herausnahme aus dem Vorbehaltsnetz sei „jederzeit möglich“, sagt Bezirksbeirat Jürgen Holzwarth (CDU) und verweist auf die geringe Verkehrsbedeutung der Straße sowie die Tatsache, dass für die Umwidmung der Fahrradstraße die Herausnahme aus dem Vorbehaltsnetz ebenso Grundlage sei.
Wegen der immensen Steigung der Hauptradroute 3 im Ortsbereich von Schönberg rechnet Holzwarth auch nicht damit, dass deutlich mehr Radfahrer die Strecke nutzen werden. Abzuwarten bliebe dann, ob sich das nicht doch noch ändern würde, wenn Elektrofahrräder günstiger werden und den unmotorisierten Drahtesel vollends von der Straße verdrängen würden.