Debatte um Schulferien Sommerferien bereits im Juni? Baden-Württemberg hat klare Position

Hat Baden-Württemberg aufgrund des späten Ferienbeginns Vorteile? Ja, sagt die Kultusministerin in NRW. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Nordrhein-Westfalen will mehr Rotation bei der Datierung der Schulferien – manche Länder seien bevorteilt. Wie Baden-Württemberg dazu steht.

Digital Desk: Sascha Maier (sma)

Der späte Beginn der Sommerferien in Baden-Württemberg und Bayern weckt in anderen Bundesländern Begehrlichkeiten. So hat Nordrhein-Westfalens Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) jüngst in der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ gefordert, die Sommerferienregelung zu ändern. NRW hätte demnach auch gerne einmal einen späteren Ferienstart – die bisherige häufig zitierte Begründung, Schulkinder in Baden-Württemberg und Bayern müssten in den Ferien bei der Ernte helfen, sei heute nicht mehr haltbar, so die CDU-Politikerin.

 

Das Bildungsministerium in Baden-Württemberg verweist in diesem Zusammenhang auf das Hamburger Abkommen, das die Sommerferien der einzelnen Länder regelt. Dort sieht man nicht nur Vorteile im späten Sommerferienbeginn. „Wenngleich Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg und Bayern in den vergangenen Jahren Ende Juni und im Juli oft bereits bei sehr heißem Wetter noch Klassenarbeiten geschrieben haben, gelten die bisherigen Regelungen nach wie vor als sehr bewährt“, sagt eine Sprecherin des Bildungsministeriums.

Vorteile durch günstige Nebensaison?

Bei der Festlegung der Ferien stehe der Bildungserfolg der Schüler im Vordergrund. Dies habe den Vorteil, dass die gleich langen Schuljahre eine gestreckte Gliederung von Unterrichts- und Prüfungszeiträumen erlaubten und somit die durch Prüfungen und Klassenarbeiten bedingten Belastungen von Schülern minimiert würden.

Auch das immer wieder ins Feld geführte Argument, dass Familien in Bayern und Baden-Württemberg mit Sommerferien bis Mitte September Vorteile bei Urlaubsbuchungen hätten, da Familien günstigeren Nebensaison profitierten, lässt man in Stuttgart nicht gelten. Durch die späten Ferientermine entstünden „nicht nur Vorteile in punkto Reisen, schließlich fallen vier Wochen der Sommerferien immer in die Hauptsaison August.“

Im Rahmen der regionalen Staffelung würden die einzelnen Bundesländer im Hinblick auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung der Bevölkerung auf den Gesamtferienraum zu Ländergruppen zusammengefasst. „Die Länder Baden-Württemberg und Bayern beteiligen sich an diesem Prozess durch die ständige Übernahme des spätesten Termins“, so die Sprecherin.

Änderungen erst ab 2030 möglich

„Die Regelung der Kultusministerkonferenz ist dabei außerdem dem Prinzip verpflichtet, eine Entzerrung der Urlaubs- und Verkehrsströme zu gestalten“, sagt die Sprecherin. Änderungen an den Ferienregelungen müssten dementsprechend auch in der Kultusministerkonferenz abgesprochen werden.

Genau das will die NRW-Bildungsministerin Dorothee Feller tun. Dies habe sie ihrer bayerischen Kollegin Stolz (Freie Wähler) in der bereits mitgeteilt. Ob Baden-Württemberg bei seiner Haltung bleibt, hätte selbst im Falle eines Umdenkens erst in fünf Jahren Auswirkungen. Denn bis 2030 sind die Ferien der einzelnen Länder bereits festgelegt.

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