Rund 200 Menschen demonstrieren am Freitagabend in Bad Cannstatt. Der Grund: Eine Wahlkampfveranstaltung der AfD im Kursaal.
Am Freitagabend haben rund 200 Menschen in Bad Cannstatt gegen die AfD protestiert. Anlass war eine Wahlkampfveranstaltung der Rechts-Partei mit Spitzenkandidat Markus Frohnmaier im Kursaal. Die Teilnehmer der Protestveranstaltung hatten sich gegen 18 Uhr auf dem Wilhelmsplatz in Bad Cannstatt am Zugang zur Marktstraße vor einem Informationsstand versammelt. Veranstaltet wurde die Demonstration von Stuttgart gegen Rechts, einem Aktionsbündnis aus verschiedenen linken Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen.
Die Protestveranstaltung stand unter dem Motto „Gegen die Normalisierung der AfD“. Wie Maria Salz, Sprecherin des Bündnisses erklärte, sei es eine gezielte Provokation der Partei, ihre Wahlveranstaltung in einem Stadtgebiet mit hohem migrantischen Anteil abzuhalten. „Unsere Demonstrationen gegen die AfD in Cannstatt treffen deshalb regelmäßig auf positive Resonanz in der Bevölkerung“, so die Sprecherin.
Die Teilnehmer an dem Demonstrationszug, der über Marktstraße, Brunnenstraße und Schmidener Straße zum Kursaal führte, zeigten Transparente mit Aufschriften wie „Faschismus ist keine Meinung“ oder „Keine Ruhe für rechte Hetzer“. Salz betonte, dass die Aktivisten vor dem Kursaal auf einen sogenannten Gitterprotest verzichteten. Das Kursaal-Gelände war aus Sicherheitsgründen von der Polizei abgesperrt worden.
Großes Polizeiaufgebot
Die Demonstration in Bad Cannstatt war von einem starken Polizeiaufgebot begleitet. Wie ein Sprecher der Polizei mitteilte, sei es zu keinerlei Zwischenfällen gekommen. Im November hatten bei einer ähnlichen Protestveranstaltung anlässlich eines von der AfD im Kursaal veranstalteten Bürgerdialogs einige Linksaktivisten versucht, die Absperrungen zu umgehen.
Im Rahmen einer kurzen Kundgebung in der Marktstraße erklärte eine Rednerin des Bündnisses, dass die Veranstaltung zum Ziel habe, „sich der fortschreitenden Normalisierung der AfD entgegenzustellen“. Das Bündnis richte sich gegen jede Form der rechten Hetze, Diskriminierung und Ausgrenzung.