In Stuttgart plätschert das Wasser in mehr als 200 Brunnen – und nun auch im Stuttgarter Westen. Ein Wasserspiel soll die Nachbarschaft erfrischen.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)

Die Bauarbeiten haben lange gedauert, und angesichts der Ergebnisses wirkt der Aufwand fast etwas übertrieben: Am Paul-Gerhardt-Platz im Stuttgarter Westen sprudelt seit dieser Woche ein Wasserspiel. Aber bei den warmen Temperaturen haben schon zahlreiche Kinder den neuen Brunnen genossen. Für rund 600 000 Euro ist das Becken in rund sechs Monaten gebaut worden. „Es ist gut investiertes Geld“, erklärte Stuttgarts Tiefbauamtsleiter bei der Einweihung. Der Brunnen setzt laut Jürgen Mutz auch den Schlussstein zu einer langen Entwicklung von einem verkehrsreichen Platz mit Straßenbahn und Parkplätzen zu einem Quartiersplatz mit Aufenthaltsqualität, Sitzplätzen, Bäumen und Tischtennisplatten. Die Stiftung Stuttgarter Brünnele hat den Bau des Wasserspiels mit einer Spende unterstützt.

 
Peter H. Haller, Tiefbauamtsleiter Jürgen Mutz und Herbert O. Rau freuen sich über den neuen Brunnen. Foto: Michael Weier

„Brunnen haben in Stuttgart eine lange Tradition“, erklärte Jürgen Mutz. Mehr als 200 gibt es davon im Stadtgebiet, außerdem wurden 116 Trinkbrunnen installiert. Dieses Jahr ist im neu gestalteten Spielplatz der Elisabethenanlage ein Wasserspiel in Betrieb gegangen, das aktuell kaputt ist, die Firma muss es wieder richten. Am Südheimer Platz und in Vaihingen sind zuletzt Trinkbrunnen eingeweiht worden. „Wir wollen auch noch mehr bauen“, sagt der Tiefbauamtsleiter zu den öffentlichen Wasserquellen in der Stadt. Die generell lange Bauzeit bei Brunnen erklärt er mit dem Wasseranschluss, der Technik und dem Stromanschluss. Am Paul-Gerhardt-Platz zirkuliert das Wasser von der Oberfläche in ein Reservoir, wo es gereinigt wird. Alle vier Wochen kommt frisches Wasser in den Brunnen, der aus europäischem Granit besteht. Zwei Pumpen lassen das Wasser aus acht Düsen bis zu einem Meter hoch sprudeln. Nachts wird er abgeschaltet.

Bei der Einweihung beschrieb die Pfarrerin Astrid Riehle von der Paul-Gerhardt-Kirche die lebhafte Nutzung des Platzes vor ihrer Kirche – mit „vespernden Mamas unter Linden“, Tischtennisspielern und Posaunenbläsern sowie dem Anwohner und Müllsammler Paul Büchler, der ihn ehrenamtlich sauber hält. Dass vom Namensgeber des Platzes das Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud’“ stammt, könnte ihrer Meinung nach passender nicht sein. Der Brunnen sei „all den Mädchen und Buben gewidmet, die sich hier treffen“, erklärt Peter H. Haller, der die Stiftung Stuttgarter Brünnele mit Herbert O. Rau gegründet hat. Außerdem ziert jetzt eine Hühnerfamilie mit Hahn, Henne und Küken den Platz, das Kunstwerk von Daniela Einsdorf wurde ebenfalls von den beiden gespendet, „als ein Denkmal und eine Anrege, um sich gerne zu haben und für Harmonie bei Kind und Kegel“.