Die Analyse des Fläschchens mit „Polonium 210“-Aufschrift, das in Vaihingen an der Enz gefunden wurde, dauert an. Das Ministerium rechnet nicht vor kommendem Dienstag mit Ergebnissen.
Die abschließende Analyse des Inhalts eines Fläschchens mit „Polonium 210“-Aufschrift, das am Ostersonntag in Vaihingen an der Enz gefunden wurde, dürfte sich noch einige Tage hinziehen. „Ergebnisse werden aller Voraussicht nach nicht vor kommendem Dienstag vorliegen“, sagte eine Sprecherin des zuständigen baden-württembergischen Umweltministeriums gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Kriminaltechnisches Institut untersucht Fläschchen
Das Fläschchen wurde bereits vom kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamts auf Spuren untersucht. „Im Anschluss kommt der Fund zur Analyse des Inhalts zur Landesanstalt für Umwelt (LUBW) in Karlsruhe“, sagte die Sprecherin. Eine erste Plausibilitätsprüfung von Experten hatte am Ostermontag zu einer vorsichtigen Entwarnung geführt: „Sicher ist das aber noch nicht.“
Die LUBW wird den Inhalt des Fläschchens laut Ministerium nach einer chemischen Aufbereitung mittels der sogenannten Alphaspektrometrie analysieren. In dem aufwendigen Verfahren wird gemessen, wie viele Alphateilchen von einem Material ausgesendet werden. So lässt sich herausfinden, welche radioaktiven Stoffe darin enthalten sind. Das könne eine gute Woche dauern. Eine Gefahr durch eine äußere Strahlenexposition bestehe nicht, sagte die Ministeriumssprecherin: „Polonium 210 ist daher messtechnisch aber auch nur schwer nachweisbar.“
Das etwa 50 Milliliter große Fläschchen war am Sonntagnachmittag bei einer Ostereiersuche in einem Garten am Ortsrand von Vaihingen an der Enz gefunden worden. Was folgte, war ein Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei. Messungen vor Ort mit speziellen Detektoren hatten keinerlei erhöhte Werte ergeben – weder am Behältnis selbst noch in der Umgebung. Die beiden Finder waren prophylaktisch medizinisch untersucht worden. Hierbei hatten sich ebenfalls keine Auffälligkeiten ergeben.
Derweil hat das Polizeipräsidium Ludwigsburg die Ermittlungen aufgenommen, wie das Döschen in den Garten gelangt sein könnte. Sollte der Verursacher ausfindig gemacht werden, kann er gegebenenfalls zur Kostendeckung des Einsatzes herangezogen werden.
Polonium 210 ist ein chemisches Element mit hoher Radiotoxizität und deshalb sehr gesundheitsschädlich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz ist der Stoff vor allem dann gefährlich, wenn er eingeatmet oder aufgrund offener Wunden über die Haut aufgenommen wird.