Glasfaser-Ausbau in Stuttgart schreitet voran Schnelles Internet für knapp 5500 Haushalte – zunächst

Bis zu 10 Gigabit pro Sekunde leisten die neuen Glasfaser-Leitungen. Foto: OXG

Das private Infrastrukturunternehmen OXG kündigt eine neue Offensive zum Ausbau des Glasfasernetzes in Stuttgart an. Zunächst erhalten knapp 5500 Haushalte schnelles Internet. Zeitnah sollen weitere Schritte folgen.

Reporter: Alexander Müller (ale)

Videokonferenzen im Homeoffice ohne Aussetzer, digitaler Unterricht mit Cloud-Anbindung oder Online-Spielen in 3D – das soll in Kürze für zunächst knapp 5500 Haushalte in Stuttgart möglich werden. Die OXG Glasfaser GmbH – ein Tochterunternehmen von Vodafone und Altice – plant derzeit eine Offensive zum Ausbau des Glasfasernetzes in der Landeshauptstadt.

 

Baustart im Sommerrain und der Innenstadt im ersten Halbjahr 2025

Die Digitalisierung ist eines der wichtigsten Ziele der Bundesregierung. Bis 2030 sollen in ganz Deutschland flächendeckende Netze für den Zugang zu schnellem Internet entstehen. „Glasfaser ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit in der modernen Welt und für die nächsten Generationen“, ist Stefan Rüter, Geschäftsführer von OXG, überzeugt. Die nun bekannt gegebene Planung umfasst den Ausbau im Cannstatter Stadtteil Sommerrain sowie in der Stuttgarter Innenstadt vom Landesmuseum über den Bereich rund um den Marktplatz sowie den Tagblattturm. Der Baustart soll im ersten Halbjahr 2025 erfolgen. Doch das sei erst der Anfang, betont Rüter. „Zukünftig möchten wir deutlich mehr Haushalte in der Landeshauptstadt mit ultraschneller Glasfaser versorgen.“

Die an ihre Grenzen stoßenden Kupferkabelnetze werden durch ein neues sogenanntes FTTH-Netz ersetzt. FTTH ist die Abkürzung für „Fiber To The Home“ und bezeichnet die moderne Anschlussmethode, bei der jeder Haushalt einen eigenen Anschluss erhält. Die Glasfaseranschlüsse versprechen hohe Bandbreiten mit Highspeed von bis zu einem Gigabit pro Sekunde (Gbit/s), zukünftig sogar bis zu 10 Gbit/s und mehr. Ein weiterer Vorteil: Sie ermöglichen auch bei großen Entfernungen und Datenmengen eine nahezu zeitgleiche und störungsfreie Nutzung.

Offenes Netz für alle Anbieter

Nach Angaben des Unternehmens ist es ein offenes Netz und steht neben Vodafone auch anderen Internetanbietern zur Verfügung. Die Nutzer könnten daher frei entscheiden, welchen Provider sie für ihren Internetzugang nutzen wollen. Der Glasfaser-Anschluss an sich sei dabei kostenlos, Anwohner müssten je nach Internetvertrag für das schnellere Internet bei ihrem Anbieter bezahlen.

Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper sieht in dem Vorhaben einen wichtigen Schritt für Stuttgart: „Der Zugang zu einem schnellen Internet wird mehr und mehr zu einem maßgeblichen Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sowie für die Attraktivität einer Stadt für die Bürger.“ Angesichts der zahlreichen Baustellen in der Landeshauptstadt hofft Hans-Jürgen Bahde, der Geschäftsführer der Gigabit Region Stuttgart, auf eine möglichst reibungslose Umsetzung. „Zugunsten der Ausbaugeschwindigkeit und für eine hohe Wirtschaftlichkeit wäre es wünschenswert, wenn sich der Ausbau verschiedener Anbieter wenig überschneidet.“

OXG Glasfaser GmbH

Firma
Die im März 2023 gegründete OXG Glasfaser GmbH mit Sitz in Düsseldorf ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Vodafone und Altice. Beide Unternehmen halten jeweils 50 Prozent der Anteile. OXG steht dabei für „Open Access Glasfaser“.

Ausbau
Ziel des Joint Ventures ist, die größte Glasfaser-Allianz in Deutschland zu bilden. Bis 2030 sollen bis zu sieben Millionen Haushalte mit dem schnellen Internet versorgt werden, alleine 700 000 in Baden-Württemberg. Dafür investiert das Unternehmen bis zu sieben Milliarden Euro.

Info
Am Montag, 10. Juni, findet eine 15-minütige Online-Infoveranstaltung von OXG zum Glasfaserausbau in Stuttgart statt, bei der Experten im Live-Chat alle Fragen beantworten. Die Veranstaltung ist unter dem Link www.oxg.app/stuttgart abrufbar und im Anschluss jederzeit einsehbar. Betroffene Anwohner können ihre Adresse unter www.oxg.de/mitmachen kontrollieren.

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