Hauptbahnhof Stuttgart Schmerzmittelhersteller macht sich in Werbung über Stuttgart21 lustig
Immer wieder nehmen Werbesprüche Stuttgart21 und die langen Wege durch die Baustelle am Hauptbahnhof aufs Korn. Nun mischt ein Schmerzmittelhersteller mit.
Immer wieder nehmen Werbesprüche Stuttgart21 und die langen Wege durch die Baustelle am Hauptbahnhof aufs Korn. Nun mischt ein Schmerzmittelhersteller mit.
Es scheint so etwas, wie ein Wettbewerb unter Werbeagenturen zu sein: wer findet einen besonders hämischen Slogan über Stuttgart21? Passender Ort, an dem der Wettstreit ausgetragen wird: der als Fernwanderweg geschmähte überdachte Gang zwischen Innenstadt und Gleisen. Den jüngsten Beitrag liefert aktuell ein Schmerzmittelproduzent.
Die Salbe, die da angepriesen wird, verspricht Linderung bei allerlei Gebrechen. Und das sei auch dringend notwendig, angesichts der Qualen, die Reisende im Baustellenwirrwarr von Stuttgart21 zu erleiden haben. „Wer hier durchschaut, muss natürlich schmerzfrei sein“, prangt in großen Lettern über einem der Gucklöcher, die von der Bahn freigelassen wurden, damit Reisende das Baustellengeschehen mit eigenen Augen verfolgen können.
Allerdings ist der Ausblick offensichtlich nicht jedermanns Sache. „Wer dieses Panorama mag, muss natürlich schmerzfrei sein“, ist einige Meter weiter zu lesen, wo die auf Anmarsch zu den Gleisen befindlichen Reisenden auf sorgsam übereinander gestapelte Baucontainer blicken können. Und in diesem Duktus geht es weiter. „Wer diesen Gang als Fernwanderweg sieht....“ und so weiter. Der gleiche Rat ereilt all jene, die „auf Dauerbaustellen Dauergast“ sind.
Auf den Gedanken, die eigene Produktwerbung mit einigen Seitenhieben auf die Situation rund um den Bahnhof zu garnieren, kam vor gut einem Jahr bereits ein Zahncremehersteller, der die Dauer der Bautätigkeit mit jener Zeitspanne ins Verhältnis setzte, binnen der sein Produkt zu wirken beginne. Den nächsten Aufschlag machte sodann die private österreichische Westbahn. Als die ihre Direktverbindungen von Stuttgart nach Wien aufnahm, warb sie dafür längs des Fernwanderweges – und nahm die Situation aufs Korn. „Wird bestimmt schön hier. Aber Wien ist jetzt schon schön“.
Nun also der dritte Beitrag in der Kategorie „Lustige Werbung auf dem Weg zum Zug.“ Weitere Auflagen sind nicht ausgeschlossen. Denn im Umfeld der jüngsten Lenkungskreissitzung von Stuttgart21 mussten die Projektpartner die Nachricht zur Kenntnis nehmen, dass sich an der viel kritisierten Wegeführung bis zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21 – nach Bahnangaben im Dezember 2026 – nichts ändern wird.