Die CDU im Esslinger Kreistag möchte verhindern, dass bei der Einführung der geplanten Ehrenamtskarte zu viel Bürokratie aufgebaut wird.
Die CDU-Kreistagsfraktion setzt sich für die Einführung der Ehrenamtskarte im Landkreis Esslingen ein, mit der das Ehrenamt gewürdigt und ehrenamtliche Aktive mit Vergünstigungen belohnt werden sollen. In einem offenen Brief wirbt der stellvertretende Vorsitzende Markus Grübel dabei für ein schlankes Verfahren
„Das Ehrenamt ist wertvoll hat eine große Bedeutung für den wichtigen Zusammenhalt der Gesellschaft. Es stärkt auch die Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft bei den vielfältigen Herausforderungen“, sagt Grübel.
Das Land bezuschusst die Einführung
Die Einführung der Ehrenamtskarte sei allerdings nur möglich, wenn Land, Landkreis und Kommunen gemeinsam handelten. Mit einem Personalkostenzuschuss von jährlich 45 600 Euro, einem einmaligen zusätzlichen Personalkostenzuschuss 45 100 Euro für die Einführung und Übernahme der Kosten für die Ausstattung engagiere sich das Land für die Sache.
Zahlreiche Herausforderungen für die Vereinsvorstände
Und die CDU-Kreistagsfraktion hofft und erwartet, dass das Land die Kostenbeteiligung über das Jahr 2026 hinaus sicherstellt. Immerhin müssten ehrenamtliche Vereinsvorstände heute viel leisten bei den Themen GEMA, Künstlersozialkasse, Steuerrecht, Vereinsrecht, Sicherheits- und Hygienkonzepte für Veranstaltungen.
All das müsse durchdrungen und bearbeitet werden bevor sich die Vereinsvorstände um die eigentlichen Aufgaben kümmern könnten wie Jugendarbeit, Blasmusik, Gesang, Sport, Soziales Engagement, Rettungsdienst, Kunst und Kultur, Umwelt- und Naturschutz. Es wäre kontraproduktiv, den Vorständen dann noch aufwändige Dokumentationspflichten oder Büroarbeit aufzulasten.
CDU warnt vor zu viel Bürokratie
Auch für den Landkreis müsse das Verfahren schlank bleiben. „Wir wollen kein „Ehrenamtsverwaltungsamt“, heißt es in dem Schreiben. Das gehe nur, wenn an die Nachweise der ehrenamtlich geleisteten Stunden keine hohen Anforderungen gestellt werden. Stattdessen müsse die Kreisverwaltung den jeweils Verantwortlichen Vertrauen entgegenbringen. Das Land sehe bei den Vergabekriterien 200 Stunden im Jahr, also vier Stunden pro Woche vor.
Junge Menschen sollen ebenfalls profitieren
Für die Ehrenamtlichen ist laut Grübel neben der Anerkennung durch die Ehrenamtskarte natürlich die Frage nach den gewährten Vergünstigungen wichtig. Das gelte besonders für Jugendliche im Ehrenamt, die noch kein eigenes Einkommen haben. Hier bleibe es spannend, was in den Gemeinden, im Landkreis und Land angeboten wird.
Grübel spricht von einem Spannungsverhältnis, wenn die Vergünstigungen zu attraktiv seinen, werde es Einnahmeausfälle geben und wenn die Vergünstigungen nicht attraktiv sind, drohe die Ehrenamtskarte ein Ladenhüter zu werden. Die CDU-Fraktion hofft, „dass es hier zu guten Angeboten und einem guten Ausgleich der Interessen kommt.“