Die deutsche Autoindustrie hat schon viele Krisen überstanden. Als japanische Wettbewerber auf den Markt traten, sahen einige Beobachter ihr letztes Stündchen schlagen. Der Dieselskandal kostete immens Vertrauen, und Corona stellte Lieferketten und Geschäftsmodelle auf eine harte Probe. Die Branche hat all das überstanden.
Aus dieser Erfahrung kann gesundes Selbstbewusstsein erwachsen, aber auch eine Fehleinschätzung von Gefahren. Wie groß diese heute sind, zeigt der drastische Sparkurs des Bosch-Konzerns, für den Stellenstreichungen schon aufgrund seiner Tradition das allerletzte Mittel sind. In einer nie dagewesenen Häufigkeit verkündet das Unternehmen Sparprogramme quer durch die Geschäftsbereiche.
Just die neue Softwaresparte steht nun im Mittelpunkt. In rasendem Tempo zieht die Konkurrenz aus China nicht nur Bosch davon. Das muss ebenso Anlass zur Sorge sein wie der Umstand, dass Bosch einen Großteil des Stellenabbaus in Deutschland plant. Durch eine nachlassende Wettbewerbsfähigkeit, eine schwache Konjunktur und hohe Kosten ist hier ein Gebräu wirtschaftlicher Rahmenbedingungen entstanden, das für die Entwicklung wenig Gutes verheißt. Aufgrund des Dieselskandals hat die Branche zurecht viel Vertrauen verloren. Ihr aber auch nach fast zehn Jahren noch immer kaum Gehör zu schenken, ist dem Wohlergehen des Landes nicht dienlich.