Nach Start von Stuttgart 21 So soll der neue autofreie Arnulf-Klett-Platz aussehen

Vor allem die Fußgänger sollen auf der bislang viel befahrenen Straße deutlich mehr Platz bekommen. Foto: IMAGO/Joko

Nach der Inbetriebnahme des neuen Hauptbahnhofes soll auch der Vorplatz komplett neu gestaltet werden. Wir geben Einblicke in die bisherigen Planungen der Stadt.

Von Ende 2026 an soll der neue Stuttgarter Hauptbahnhof schrittweise in Betrieb gehen. Doch die Baustellen bleiben den Menschen in Stuttgart in diesem Bereich erhalten. Denn die Stadt will Stuttgart 21 nutzen, um eine Neuordnung in der Innenstadt anzuschieben. Der Plan: Der City-Ring soll vergrößert werden, die neue Hauptachse soll anstatt wie bisher vom Gebhard-Müller-Platz über die Schiller- zur Heilbronner Straße in Zukunft bereits am Neckartor von der Cannstatter Straße (B14) über die Wolframstraße umgeleitet werden. Das Ziel ist, den Arnulf-Klett-Platz zwischen Hauptbahnhof und Königstraße autofrei zu machen. Autofahrer müssen sich also wieder einmal umstellen. Doch wie könnte das neue Tor zur Innenstadt eigentlich einmal genau aussehen?

 

Nach Start von Stuttgart 21: Chance für Umgestaltung des Vorplatzes

Die Pläne der Stadt sehen vor, den Durchgangsverkehr entlang des historischen Gebäudes des Hauptbahnhofs zu verbieten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Verkehr auf den bereits verlegten City-Ring umgeleitet werden kann. Die Zufahrt vom Gebhard-Müller-Platz soll über die Schillerstraße lediglich noch bis zur Tiefgarage des Hotels am Schlossgarten möglich sein. Die Straße wird auf zwei Spuren zurückgebaut, die Gehwege werden verbreitert und Radspuren in beide Richtungen angelegt. Für einen einladenden Alleencharakter sollen neue Bäume in der Mitte der Fahrbahnen sowie auf beiden Seiten gepflanzt werden.

So könnte das Bahnhofsumfeld nach der Umgestaltung aussehen. Foto: Yann Lange/ 

Auch von der Heilbronner Straße soll dann die Zufahrt beschränkt werden und nur noch bis zur Lautenschlagerstraße möglich sein. Auch dort sollen neue Bäume für mehr grün und Schatten sorgen. Entlang des Bonatzbaus verschwindet die heute mehrspurige Durchfahrtsschneise. Die Aufenthaltsbereiche auf beiden Seiten werden massiv vergrößert. Einzig Bus-, Liefer- und Taxiverkehr sowie Radfahrer sind noch erlaubt. Halteplätze für Reisebusse sowie einige Taxi- und auch Kurzzeitparkplätze sollen in der Nähe des Bahnhofsturms entstehen, wo Reisende durch einen Zugang in die neue Bahnsteighalle gelangen.

Vor allem über letzteres entbrennen bereits die Diskussionen im Vorfeld. Die Puls-Gruppe im Stuttgarter Gemeinderat hat einen Antrag gestellt, die Zahl der Stellplätze rund um den Bahnhof noch einmal deutlich zu verringern, da sie ausufernden Such- und Bringverkehr über die Schillerstraße befürchten. Das könnte im Widerspruch zu einem attraktiven Übergang vom neuen Hauptbahnhof in die Schlossgartenanlagen stehen. Am Dienstag sollen die Pläne nun im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik des Gemeinderats diskutiert werden.

Baubeginn am Arnulf-Klett-Platz erst von 2030 an?

Bei einer Zustimmung könnte die Ausschreibung für den städtebaulichen Wettbewerb Anfang kommenden Jahres erfolgen. Mit einer möglichen Umsetzung wäre dann von 2030 an zu rechnen. Das dauert der SPD aber viel zu lange. In einem Antrag fordern die Sozialdemokraten direkt nach der Inbetriebnahme des Hauptbahnhofs den Vorplatz zumindest teilweise umzugestalten. Vor allem im Hinblick auf die Perspektiven für Einzelhandel, Gastronomie und Wirtschaft sei es dringend erforderlich, nach einer schier endlosen Bauphase nicht gleich wieder in das nächste Großvorhaben zu schlittern. Vielmehr fordert die SPD zumindest schnell einen ersten Schritt zur Aufwertung des Arnulf-Klett-Platzes umzusetzen. Vorstellbar sei unter anderem auf Teile der acht Fahrspuren zu verzichten und den Platz grüner und schattiger zu gestalten, um die Aufenthaltsqualität zu steigern.

Ins gleiche Horn stößt auch eine Idee der CDU-Gemeinderatsfraktion, wonach die City-Initative Stuttgart für eine Steigerung der Attraktivität der unteren Königstraße gegenüber dem Hauptbahnhof sorgen soll. Unter anderem könnte der Bodenbelag erneuert, neue Sitzgelegenheiten sowie mehr Pflanzen, Licht- und Wasserinstallationen eingerichtet werden. Dafür sollen im kommenden Doppelhaushalt 2,05 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden.

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