Stuttgart-Mühlhausen: Freitags-Treff am Mönchsteinplatz verbindet Generationen und schafft eine lebendige Nachbarschaft. Ein Quartiersfest am 28. September feiert dieses Miteinander.

Lokales: Iris Frey (if)

„Freitags ist der Platz voll“, das weiß auch Martina Siegl, gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats von St. Johannes Maria Vianney. Sie ist auch oft vor Ort in Mönchfeld, wenn Menschen sich hier treffen, Anwohner, nicht nur vom neu gebauten Seniorenpark, auch von den Häusern drum herum. Sie kommen am Tisch zum Austausch zusammen. Alt und Jung mit Kindern vor allem bis zum Grundschulalter. Darüber freut sich besonders die Quartiersbeauftragte der katholischen Kirche St. Johannes MV, Hildegard Schnetz-Frangen, die hier seit einem Jahr tätig ist.

 

Vorarbeit im Arbeitskreis Quartiersentwicklung

Lange zuvor schon gab es immer wieder Treffen im Arbeitskreis Quartiersentwicklung, weiß Siegl aus ihrer Vorarbeit als Initiatorin zu berichten. In dem Arbeitskreis hat sie mit dem Bezirksvorsteher auch Vereine, Schulen und die Mobile Jugendarbeit vereint. Im Jahr 2023, bei der Einweihung der Kirche, erhielt Siegl von Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) die Ehrenmünze der Stadt Stuttgart für ihr Engagement.

Aktiv am Mönchsteinplatz: Hildegard Schnetz-Frangen (li.) und Martina Siegl. Foto: Iris Frey

Und noch etwas unterstützt die Belebung des Stadtteils mit seinen etwas mehr als 3000 Einwohnern: Seit Ende Mai steht auch noch eine Bewegungskiste für Kinder auf dem Mönchsteinplatz. Sie hilft sehr, weiß die Quartiersbeauftragte. Schnetz-Frangen ist von Beruf Gemeindereferentin, Religionspädagogin und selbständige Supervisorin und Beraterin. „Mönchfeld miteinander“ heißt das Logo und das Motto, für welches sich die 64-Jährige zusammen mit Ehrenamtlichen engagiert, Eigeninitiative anstößt und bei Bedarf auch weitervermittelt. „Ich mag Menschen“, sagt sie, „nur im Miteinander von Alt und Jung kann Gesellschaft gehen.“ Nachbarschaftliche Unterstützung werde immer wichtiger. Das sieht auch Siegl so. „Das ist die Neuausrichtung der Kirche“, erklärt sie. Die Kirche lerne im Quartier, welche Ressourcen da seien und wie eine Kooperation aussehen könne.

Der Freitagstreff am Mönchsteinplatz. Foto: Hildegard Schnetz-Frangen

In Mönchfeld sieht sie so aus, dass Nachbarn sich jeden Freitag treffen, zusammensitzen ihr Wissen, Verständnis, Zeit und Erfahrung einbringen zu einem besonderen Miteinander. Um 14 Uhr geht es los bis etwa 18 Uhr. Die einen sagen: „Da passiert etwas, was wir Begegnung mit Gott nennen“, sagt Schnetz-Frangen, die anderen erleben „Hoffnung“ oder eine „Perspektive“. Es wird nichts von oben verordnet. Wenn es Angebote gibt, dann von den Nachbarn selbst. Eine liest Kindern vor, eine andere kocht Marmelade und bringt sie mit und Kuchen werden von Nachbarn gebacken. Andere beraten sich in Erziehungsfragen. Am Tisch ist alles möglich.

Wichtig ist der Quartiersbeauftragten, dass die Tür zur Kirche in der Steinbuttstraße 45 offen ist. „Meine Arbeit ist wie ein offenes Tor. Ich öffne Räume, in denen Ideen entstehen, Begegnungen möglich werden und wir Menschen gemeinsam für das Quartier bewegen können“, sagt sie. Die neue, verkleinert gebaute Kirche öffnet sich neu. „Außen und innen gehen ineinander über“, beschreibt es Schnetz-Frangen. Auch Interreligiöses geschieht. So wurde hier in den Kirchenräumen erstmals von und mit den Muslimen das Fastenbrechen zusammen gefeiert. Eine schöne Erfahrung, beschreiben die Aktiven. „Jeder hat hier seinen Platz“, freuen sie sich. Jeden Freitag wird das gelebt. Auch in den Ferien. So wünschen es sich die Nachbarn.

Auch Geschäftsleute unterstützen die Quartiersbeauftragte

Und da gehören auch die Geschäftsleute vom Ladenzentrum mit dazu, die den Aktiven aushelfen, vom Uhrengeschäft mit Musterklammerbeuteln bis zur Milch aus der Zahnarztpraxis oder den Stühlen vom Pflegeheim St. Ulrich. Auch auf das Mesnerpaar Georg und Paula Duczek zählen die Aktiven, die freitags beim Aufbau helfen. Und so werden hier in der Kreativzeit Murmelsonnenfänger gebastelt oder auch Papierschiffe und Seesterne. Und Nachbarschaft entsteht. Ein Netzwerk, das die Menschen selbst knüpfen.

Großes Quartiersfest am 28. September

Am Sonntag, 28. September, wird ab 11 Uhr ein großes Quartiersfest auf dem Mönchsteinplatz gefeiert. Es beginnt mit einem interreligiösen Gottesdienst. Dann gibt es ein buntes Programm, gestaltet von Vereinen, Schulen und Institutionen. Weitere Infos auf Instagram moenchfeldmiteinander oder unter www.gesamtkirchengemeinde-stuttgarter-madonna.drs.de/st.-johannes-mv/quartiersarbeit-moenchfeld.html