Neueröffnung in Stuttgart Das Wirtshaus zum Kesselwirt startet mit 200 Litern Freibier

„Ein geselliges Wirtshaus“ hat Harald Huber aus dem Kesselwirt gemacht. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Nach zwei Monaten Umbauzeit ist aus dem Lautenschlager in Stuttgart ein komplett neues Wirtshaus geworden. „Wir starten in eine neue Ära“, sagt der Geschäftsführer Harald Huber.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)

Für diese Eröffnung sind die Pferde aufgezäumt worden und die Dinkelacker-Kutsche kam vorgefahren: Am Donnerstag, 5. März, präsentierte sich das neue Stuttgarter Wirtshaus Zum Kesselwirt. Das frühere Lautenschlager ist nicht mehr wiederzuerkennen, das Lokal wurde in nur acht Wochen komplett umgebaut. „Wir starten in eine neue Ära“, freute sich der Geschäftsführer Harald Huber. Moosgrün ist die Holzvertäfelung an den Wänden, aus hellem Holz sind die Tischplatten, Schwarz die Stühle. Mit Regalen, Podesten und Geländer wurden die großen Räume kleinteiliger gestaltet. „Wärme und Urigkeit“ solle das Wirtshaus ausstrahlen, erklärt der Inhaber, und gleichzeitig eine moderne, lockere Atmosphäre. Neben den 300 Sitzplätzen im Inneren auf zwei Stockwerken gibt es im Eingangsbereich neuerdings auch einen Stehausschank – für das schnelle, unverbindliche Feierabendbier.

 

Ein Schub mit dem Wirtshaus zum Kesselwirt

Vor fünf Jahren erst öffnete Harald Huber das Lautenschlager – mitten in der Corona-Pandemie. „Es war knackig“, sagt er, wie ein Start mit angezogener Handbremse. Das große Lokal im ehemaligen Industriehof gegenüber vom Palast der Republik am Dreieck Friedrich-, Bolz- und Lautenschlagerstraße habe danach nie den erwarteten Bekanntheitsgrad erreicht. „Bei der Lage und der Größe muss ein Schub kommen“, findet Harald Huber, deshalb sei es Zeit für etwas Neues gewesen. Der Name Kesselwirt betont den Anspruch, für Einheimische und Touristen zur Anlaufstelle zu werden: Kessel beziehe sich auf die Form der Stadt und die Stadtmitte und nicht aufs Bierbrauen. Dazu passen die historischen Fotografien aus Stuttgart an den Wänden, die mit Hilfe des Stadtarchivs zusammengestellt wurden.

Viel Auftrieb zur Eröffnung des neuen Wirtshauses zum Kesselwirt: auch die Dinkelacker-Pferde waren dabei. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

„Das ist echtes Unternehmertum, wenn man nachjustiert statt zu jammern“, lobte Till Odenwald, der Verkaufsdirektor für Gastronomie bei der Brauerei Dinkelacker-Schwaben Bräu. Ihm gefalle das neue Wirtshaus sehr gut, erklärte er, es sein „ein Ort zum Zusammenkommen“. Ein halber Liter Helles von Dinkelacker kostet im Kesselwirt 4,90 Euro, das naturtrübe Kellerbier 5,20 Euro. Stuttgarter Wein und trendige Spritzgetränke werden ebenfalls ausgeschenkt. Die neue Speisekarte ist ein Ergebnis der bisherigen Erfahrung: Neben Klassikern wie eine ganze Haxe (26,90 Euro) oder Linsen mit Spätzle und Saiten (15,20 Euro) gibt es Salate, Flammkuchen, Burger, vegetarische und vegane Gerichte. Harald Huber will damit Gäste jeden Alters anziehen.

Noch bis Sonntag, 8. März, wird die Eröffnung mit einem Angebot gefeiert: Für 9,90 Euro gibt es einen Krustenbraten mit Semmelknödel, für drei Euro mehr noch ein Bier dazu. Am Donnerstag flossen 200 Liter Freibier wie vor fünf Jahren – und die zahlreichen Terrassenplätze wurden bereits eingeweiht. „Social Media trägt zum Alleinsein bei“, sagte Harald Huber zur Eröffnung des Kesselwirts, „ein geselliges Wirtshaus“ hält er für die beste Gegenmaßnahme.

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