Nusspaste und selbstgebackenes Brot, Bohneneintopf und Stubenküken: Im Kartuli Eso wird gute georgische Hausmannskost serviert. Gewürze spielen eine große Rolle, die Küche ist vor allem deftig. Unserer Testerin Kathrin Haasis fehlt etwas die Finesse.
Sechs Jahre lang war die Küche im Gasthaus Rose kalt. Bis Lasha Mukbaniani und Nadja Prokhorenko das Traditionslokal in Stuttgart-Heumaden übernommen haben. Kartuli Eso haben sie es genannt, was „georgischer Hof“ bedeutet. Denn der Georgier und die Ukrainerin, die in Stuttgart das Energetic Life Café betreibt, bieten in ihrem Restaurant klassische Hausmannskost aus dem Land zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer. Über das vielfältige kulinarische Erbe seiner Heimat kommt Lasha Mukbaniani gerne ins Schwärmen. Khatschapuri, Khinkali und Lobio heißen die Spezialitäten, die er nun den Stuttgartern schmackhaft machen will. Eine passend zum Kulturdenkmal rustikale Einrichtung mit Fliesenboden und alt anmutenden Holzmöbeln setzt den richtigen Rahmen für dieses Vorhaben.
Die Vorspeise sieht gut aus
Die Vorspeise sieht jedenfalls schon einmal gut aus: Pkhali Variation (12,90 Euro) nennt sich die Platte mit im Ofen gerösteter Paprika und Aubergine, die mit Nusscreme und Gewürzen und einer Spinatmischung gefüllt werden. Der Einstieg ist gelungen, weil die Aromen wirklich neu sind und die Cremes mit dem hausgemachten, luftigen Brot Shoti (2,90 Euro) eine wunderbare Kombination ergeben. Dabei zeigt sich allerdings schnell, dass die georgische Küche gehaltvoll ist. Auf Khatschapuri, einem mit Ei und Käse gefüllten Teigfladen, muss verzichtet werden. Die Wahl fällt auf Kalakuri, die ähnlich wie Maultaschen gefüllten Nudelteigtaschen.
Die freundliche Bedienung liefert mit den drei mit Rinder- und Schweinhackfleisch, Kräutern sowie Brühe gefüllten Kalakuri die Anleitung zum Essen. Da, wo die Teigtaschen so gekräuselt sind, hält man sie mit den Fingern fest, beißt ab und lässt die deliziöse Füllung in den Mund gleiten. Jedes Stück löst ein wohlig-warmes Gefühl aus. Schade nur, dass drei von einer Sorte bestellt werden müssen und nicht gemischt werden darf, weshalb die Füllungen mit Käse, Kartoffeln oder Pilzen leider nicht probiert werden konnten.
Ordentlich gebraten, zart und gut gewürzt ist das Tabaka, ein Stubenküken (14,90 Euro). Doch ohne die pikante Soße Maghvali (2,90 Euro), die aus Brombeeren besteht, wäre es auf Dauer etwas eintönig. In den wieder sehr sättigenden Bohneneintopf Lobio (13,50 Euro), der eine beeindruckende geschmackliche Tiefe erreicht, wird das recht fettige Maisbrot Mtschadi eingeweicht. Fürs Blätterteiggebäck mit Walnussfüllung (5,80 Euro) ist leider kein Platz mehr.
DIe Vorspeise sieht gut aus: gebackene Paprika, gefüllte Aubergine und Nusspaste mit Spinat Foto: Lichtgut / Ferdinando Iannone/Lichtgut/Ferdinando Iannone
Zu trinken gibt es logischerweise Wein aus Georgien, wo der Rebensaft schon seit vielen Tausend Jahren hergestellt wird. Der autochthone Marani Mtsvane (8,90 Euro für 0,2 Liter) ist fruchtig und würzig wie die Küche des Landes. Sich durch die Auswahl durchzuprobieren, würde Spaß machen, doch in kleineren Dosen darf der Wein wie die Teigtaschen nicht bestellt werden.
Kartuli Eso, Mannspergerstraße 23, Stuttgart, 07 11 / 33 62 16 44. Geöffnet dienstags bis donnerstags von 17 bis 22 Uhr, freitags bis 23 Uhr, samstags von 13 bis 23 Uhr, sonntags von 13 bis 22 Uhr. kartuli-eso.eatbu.com
Bewertung
Essen: 3 Sterne
Service: 4 Sterne
Atmosphäre: 3 Sterne
Legende ***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern