Nick Woltemade vom VfB Stuttgart So weit liegen der VfB und die Bayern auseinander

Der VfB-Stürmer Nick Woltemade kann kaum glauben, was sich im Wechseltheater mit den Bayern abspielt. Foto: Baumann/Julia Rahn

Der Pokalsieger bleibt bei seiner harten Linie und der Wechsel des Nationalspielers droht zu platzen. Wir nennen Details zum Transferpoker.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Die finale Frist läuft. Bis Samstagabend. Spätestens dann soll der Transferpoker um Nick Woltemade beendet sein, wenn der Schiedsrichter Harm Osmers den Supercup zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern um 20.30 Uhr anpfeift. So hat es Alexander Wehrle, der Vorstandsvorsitzende des Pokalsiegers, im Live-Podcast unserer Redaktion angekündigt – und an dieser Haltung hat sich auch nach einer Videorunde mit den Vertretern des Rekordmeisters nichts geändert. Das weiß jetzt auch der Münchner Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen.

 

Bayern mit Woltemade längst einig

Angeführt von den Clubbossen Wehrle und Dreesen schalteten sich die sportlichen Führungsköpfe am Mittwochvormittag zusammen. Auf beiden Seiten waren noch die Sportvorstände Fabian Wohlgemuth (VfB) und Max Eberl (FCB) sowie die Sportdirektoren Christian Gentner (VfB) und Christoph Freund (FCB) dabei. Wenn man so will waren es die ersten Verhandlungen in dieser Angelegenheit. In dem knapp halbstündigen Gespräch gab es jedoch keinen Durchbruch für einen Wechsel des Stuttgarter Stürmers zu den Münchnern.

Seit Wochen versuchen die Bayern den Transfer perfekt zu machen, da sie sich mit Woltemade längst einig sind. Jetzt droht das Ganze vollends zu platzen. Zum Frust von Woltemade und seines Beraters Danny Bachmann, die sich ungerecht behandelt fühlen, da es andere Absprachen geben soll. Der Nationalspieler soll deshalb zuletzt noch einmal bei Wehrle und Wohlgemuth vorstellig geworden sein, um seinen Arbeitgeber wechseln zu können. Bachmann wandte sich nach dem Gespräch zwischen den Vereinen über die Deutsche Presse-Agentur an die Öffenlichkeit: „Die von Herrn Wehrle in dieser Woche geforderte Lösung im Rahmen einer fragwürdigen Deadline wurde heute mit dem Gesamtpaket von Interessent und Spielerseite zusammen in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro plus Weiterverkaufsbeteiligung geliefert.“

Eine ungewöhnliche Aktion in der Branche. Zumal Bachmann Zahlen nannte. Doch eine Lösung fand sich nicht, obwohl die Spielerseite offenbar bereit war, auf viel Geld zu verzichten. Nur dadurch ergab sich für den VfB die Möglichkeit, bei einem Abgang des Angreifers mehr zu erhalten. Die Bayern selbst sollen ihr Angebot nicht erhöht haben. Es liegt nach wie vor bei 55 Millionen Euro (inklusive Boni). Am Ende standen etwa 64 Millionen Euro, die der VfB hätte kassieren können.

Nick Woltemade gewann mit dem VfB den DFB-Pokal. Foto: IMAGO/Sportfoto Rudel

Zu wenig, wie Wehrle und Co. klar machten. Laut einem Beschluss stellen sich die Stuttgarter insgesamt 75 Millionen Euro vor. Diese Summe wurde erstmals den Bayern mitgeteilt. Die ist so hoch, wie die Bayern an Ablöse für Luis Diaz an den FC Liverpool bezahlt haben. Einem kolumbianischen Außenstürmer, der international schon aufgetrumpft hat, der mit 28 Jahren auf dem Transfermarkt aber keine Wertsteigerung mehr erfahren dürfte. Bei Woltemade wird das mit seinen 23 Jahren anders eingeschätzt. Auch wenn er seine internationale Bewährungsprobe erst noch bestehen muss.

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