Widerstand gegen die geplante Kappung der Gäubahn im Rahmen von „Stuttgart 21“: Kritiker laden für 25. September zu Testfahrten mit Sack und Pack ein.
Weiterhin regt sich großer Widerstand gegen die geplante Kappung der Gäubahn im Rahmen von „Stuttgart 21“. Die Zugverbindung aus dem Süden, die über Herrenberg und Böblingen nach Stuttgart führt, soll ab März 2027 in Vaihingen enden, damit der Stuttgarter Hauptbahnhof stillgelegt werden kann. Fahrgäste müssen dann in Vaihingen in die S-Bahn umsteigen – mindestens bis 2032, wenn der geplante Pfaffensteigtunnel erneut eine Direktroute über den Flughafen ermöglichen soll.
Kappung „wenig fahrgastfreundlich“
Seit geraumer Zeit gibt es vielerlei Protest gegen diese Pläne, unter anderem von Gäubahn-Anrainerstädten wie Böblingen und Herrenberg. Nun laden das Aktionsbündnis „Pro Gäubahn“ zusammen mit dem ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland (VCD) dazu ein, die geplante Kappung und den daraus notwendigen Umstieg auf die S-Bahn in Vaihingen zu testen – „um zu zeigen, wie wenig fahrgastfreundlich und umständlich das ist“, wie die Veranstalter in der Ankündigung formulieren. „ Wir wollen zeigen, wie wenig die schmalen Treppen und ein Aufzug am Bahnhof Vaihingen dafür geeignet sind, dass ein voller IC mitsamt Kinderwagen, Rollatoren und Fahrrädern den Bahnsteig wechselt und sich dann in eine volle S-Bahn drängen muss.“
Protest am 25. September
Geplant ist diese Aktion am Donnerstag, 25. September, früh am Morgen. „Der IC 1184 gehört zu den wenigen Zügen, die in Vaihingen halten – deshalb haben wir diese frühe Uhrzeit gewählt“, erläutern „Pro Gäubahn“ und VCD. Bereits um 5.50 Uhr startet der Zug in Singen, in Herrenberg fährt er um 7.26 Uhr, in Böblingen um 7.36 Uhr ab. Kurz darauf kommt der IC in Vaihingen an, wo der Umstieg auf die S-Bahn geplant ist, die um 8.10 Uhr gen Hauptbahnhof fährt. Dort wiederum soll eine Kundgebung stattfinden.
„Kommt zahlreich – gerne mit Gepäck, Kinderwagen oder anderen Mobilitätshilfen. Je voller der Bahnsteig, desto klarer die Botschaft“, schreiben die Veranstalter in der Ankündigung. „Mit dieser Aktion wollen wir auch in der Öffentlichkeit und der Politik klarstellen, dass die geplante Gäubahn-Kappung unzumutbar ist und storniert werden muss.“