Restauranttest in Stuttgart Im Rotenberger Weingärtle sattsehen am Panaroma? Geht nicht!

Der Koch Manuel Lauble kocht gut und schwäbisch. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko 8 Bilder
Der Koch Manuel Lauble kocht gut und schwäbisch. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Im Rotenberger Weingärtle wird wirklich regional gekocht. Passend zur Location gibt es vor allem schwäbische Spezialitäten, aber auch moderne Küche.Neue Wirte haben das Ausflugslokal zur guten Adresse gemacht.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)
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Stuttgart - Eigentlich müsste das Lokal ein Selbstläufer sein. Am Panorama kann man sich jedenfalls nicht sattsehen, was allein für regelmäßige Besuche im Rotenberger Weingärtle sprechen müsste. Dass die Grabkapelle zu Stuttgarts beliebtesten Ausflugszielen zählt, müsste ein weiterer Selbstläufer sein. Dennoch wechselten in den vergangenen Jahren immer wieder die Pächter. Frederik Garlin ist gekommen, um zu bleiben. Dieser Vorsatz scheint dem 33-Jährigen zu gelingen: Im August 2020 hat er übernommen, sein langjähriger Freund Manuel Lauble steht in der Küche, und das Lokal ist auch an einem Montagabend gut gefüllt. „Wir von hier“ lautet ihr Konzept für Rotenberg, das Regionalität auf den Punkt bringt.

Eingekauft wird möglichst regional

Cola suchen die Gäste zum Beispiel vergeblich auf der Speisekarte. Dafür finden sie dort Maultaschen mit Kartoffelsalat (12,90 Euro) oder Omas Sonntagsbraten mit Spätzle und Soße (16,90 Euro, wirklich nur sonntags). Das Fleisch liefern ein örtlicher Metzger und der Verbund Stauferfleisch, das Gemüse kommt von einem Stuttgarter Betrieb, der Wein stammt von dem Weinhof Zaiß,dem die Immobilie gehört, und dem Collegium Wirtemberg. Beim Joggen ist Frederik Garlin auf das Lokal aufmerksam geworden. Er hat Restaurantfachmann und Koch gelernt, später noch Betriebswirtschaft studiert. Manuel Lauble hat er von Krehl’s Linde geholt.

Die schwäbische Küche wird ernst genommen

Die beiden versuchen, allen Gästen gerecht zu werden – mit Mittagstisch für Geschäftsleute, mit Kaffee und Kuchen für Ausflügler, mit Cocktails für Ausgehwillige und als Ort für Feiern. Unkompliziertes wie die Rotenberger Salatschüssel mit Zutaten nach Wahl (Lachs für 13,90 Euro oder Pilze für 12,50 Euro). Das gleiche Prinzip gilt für die Ofenkartoffel (ab 9,90 Euro). Mit der hausgemachten Rindersülze (9,90 Euro) zeigt Manuel Lauble, dass er schwäbische Küche ernst nimmt. Die Vorspeise ist deftig gewürzt, enthält eine großzügige Portion Fleisch und lässt einen in Erinnerungen an früher schwelgen. Reichlich Spätzle werden zum Zwiebelrostbraten (25,90 Euro) aufgetan, die Lembergersoße ist dickflüssig und kräftig, das Fleisch zart, weil nur medium gebraten, und die Maultasche ein kleines Schmankerl obendrauf.

Hungrig verlässt kein Gast das Lokal

Wer es lieber mediterran mag,dem könnte das Zitronenrisotto mit karamellisiertem Ziegenfrischkäse und Kirschtomaten (15,50 Euro) schmecken. Am Panorama kann man sich zwar nicht sattsehen, aber hungrig verlässt bei den Portionen garantiert kein Gast das Lokal. Zum Trinken gibt es Weincocktails wie den Quittenspritz, die lokale Version des Apérol Spritz. Zum Nachtisch wird mit Bezug auf die Grabkapelle Wilhelms heiße Liebe (Vanilleeis mit heißen Himbeeren für 6,50 Euro) gereicht – von einem überaus aufmerksamen Service. Der Kaiserschmarrn (8,90 Euro) ist zwar österreichisch, aber schmeckt auch hierzulande.

Service

Rotenberger Weingärtle, Württembergstraße 317, Stuttgart, 07 11 / 33 40 15,

rotenberger-weingaertle.de

Geöffnet fast täglich von 11.30 bis 22 Uhr, dienstags geschlossen.

Bewertung

Küche: 4 Sterne

Service: 5 Sterne

Ambiente: 4 Sterne

***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern




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