Statt wie bisher bis Kirchheim/Teck sollen die S-Bahnen in Zukunft auf der Filstalbahn bis Göppingen und weiter nach Geislingen verkehren. Foto: imago/Arnulf Hettrich
Bereits ab 2032 könnten die ersten Züge auf der Filstalbahn von Bad Cannstatt bis Göppingen-Süßen fahren. Auch der Ausbau der S 5 nach Vaihingen/Enz und der Schusterbahn sollen vorangetrieben werden.
Alexander Müller
25.01.2025 - 13:20 Uhr
Der Verband Region Stuttgart (VRS) stellt weiter die Weichen für die Erweiterung des S-Bahn-Netzes. Mit der Verlängerung der Filstal-Bahn nach Geislingen, dem Ausbau der S 5 bis nach Vaihingen an der Enz sowie einem verbesserten Angebot der Schusterbahn zwischen Untertürkheim und Kornwestheim sollen die letzten Lücken zu den Mittelzentren der Region geschlossen werden. Allerdings sind die Hürden teilweise hoch.
S-Bahnen auf der Filstalbahn alle 30 Minuten
Ein Schwerpunkt ist der Ausbau der S-Bahn ins Filstal, die den Landkreis Göppingen besser an das Schienennetz anbinden soll. Bislang sträubt sich die Deutsche Bahn allerdings noch mit Verweis auf Probleme mit dem Fahrtakt gegen weitere bauliche Maßnahmen. Im Hinblick auf den neuen Verkehrsvertrag soll daher in einer Studie der nötige Bedarf an Fahrzeug- und Betriebsleistungen ermittelt werden. Um bis dahin erste Erkenntnisse gewinnen zu können, will man sich, wie der leitende Direktor Jürgen Wurmthaler in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses erklärte, in einem ersten Schritt auf die Teilstrecke zwischen Bad Cannstatt und Göppingen-Süßen konzentrieren. Bereits in den nächsten Jahren könnten somit die ersten S-Bahnen im 30-Minuten-Takt auf diesem Abschnitt rollen. Langfristig „werden wir den Vollausbau der Filstalbahn bis Geislingen aber weiter vorantreiben“, stellte Wurmthaler klar. Alles andere wäre aus Sicht von Elmar Steinbacher (CDU) auch „ein alarmierendes Signal, dass der Landkreis weiter abgehängt wird“.
Langfristig soll der Vollausbau der Filstalbahn bis Geislingen gehen. Foto: IMAGO/Aviation-Stock/IMAGO/Markus Mainka
S-Bahn-Betriebshof in Vaihingen an der Enz weiter auf der Agenda
Auch das Vorhaben, die bisherige S-Bahn-Linie 5 von Stuttgart nach Bietigheim-Bissingen bis nach Vaihingen/Enz zu verlängern, will der VRS weiter vorantreiben. Diese würden abgestimmt mit den stündlich verkehrenden Regionalzügen nicht nur in Ludwigsburg und am Hauptbahnhof, sondern auch in Stuttgarter Stadtteilen wie Zuffenhausen und Feuerbach halten, und somit Pendler – vor allem aus Sachsenheim und Sersheim – besser anbinden. Laut einer Machbarkeitsstudie sind gleich drei Varianten denkbar.
Problem auf der Schusterbahn: Mauereidechsen am Bahnhof Münster
Die dritte und letzte Variante sieht vor, die S 5 bis nach Mühlacker zu verlängern. Dies würde nicht nur Mühlacker, sondern auch Illingen besser an das Schienennetz anbinden und die Verbindungen in Richtung Karlsruhe verbessern. Unklar ist dabei aber die Finanzierung der hohen zusätzlichen Betriebskosten und Infrastrukturbedarf. Denn die Mittel der Region Stuttgart dürfen nur innerhalb der Regionsgrenzen, nicht aber für derartige grenzüberschreitende Varianten eingesetzt werden. Nach Aussagen von Wurmthaler habe der Enz-Kreis bei der Finanzierung der laufenden Betriebskosten bereits abgesagt, „angesichts des sehr viel kleineren Budgets für den öffentlichen Nahverkehr“. Daher will der VRS nun in Verhandlungen mit dem Land treten.
Und nicht zuletzt soll auch das Angebot auf der Regionalbahn 11, der „Schusterbahn“, ausgebaut werden. Bislang verkehrt diese zwischen Untertürkheim und Kornwestheim von Montag bis Freitag mit sechs Fahrten in beiden Richtungen in den Morgen- und Abendstunden. Auf Antrag von CDU/ÖDP, Grünen und SPD sollen die baulichen Voraussetzungen an den Haltestellen vorangetrieben werden, um einen stündlichen Betrieb zu ermöglichen. Die Fraktionen reagieren damit auf eine Mitteilung der Bahn, dass der überbreite Korridor auf der Strecke, der bislang einen Ausbau der Bahnsteige verhinderte, nicht mehr benötigt wird.
„Die Gespräche mit Stadt und Bahn laufen bereits“, betonte Wurmthaler. Im Blickpunkt steht bei den Bauarbeiten der Bahnhof in Münster. Ob sich diese zeitnah realisieren lassen, ist offen. Ein Hindernis ist laut dem Verbandsdirektor derzeit der Artenschutz: „Eidechsen, die Baustellen für S 21 im Weg waren, wurden dorthin umgesiedelt“.