Schwarz-Grün im Theaterhaus Ungewöhnlich: Oettinger und Bayaz sprechen kurz vor der Landtagswahl
Das ist sicher nicht von der CDU-Spitze im Land geplant. Fünf Tage vor der Wahl treffen ein schwarzes und ein grünes Schwergewicht aufeinander.
Das ist sicher nicht von der CDU-Spitze im Land geplant. Fünf Tage vor der Wahl treffen ein schwarzes und ein grünes Schwergewicht aufeinander.
Das dürfte keine Traumplanung der CDU-Wahlkampfstrategen sein. Fünf Tage vor der Landtagswahl am 8. März 2026 treffen im Stuttgarter Theaterhaus der frühere EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) und Landesfinanzminister Danyal Bayaz (Grüne) aufeinander. Organisiert wird die Runde am 3. März von der „taz“, moderiert von den Journalisten Peter Unfried und Johanna Henkel-Waidhofer.
Er gehe davon aus, dass CDU und Grüne weiterregieren, sagt Unfried. Die Frage sei für ihn, wie stark und zukunftszugewandt die Mitte sei, die in Baden-Württemberg seiner Meinung nach aus diesen beiden Parteien besteht. Eigentlich hätte Unfried gern die Spitzenkandidaten Manuel Hagel (CDU) und Cem Özdemir (Grüne) auf dem Podium gehabt. Ein exklusives Aufeinandertreffen der beiden sucht man im Wahlkampf vergeblich. Oettinger sei danach der interessanteste Mann bei der CDU, findet Unfried und Bayaz sei die Nummer zwei bei den Grünen.
Sein Ziel für den Abend: Ausloten, wie es um eine Koalition von CDU und Grünen stehen könnte. Er finde interessant, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Begriff des Konservativen besetzt habe. „Da würde ich gern ein bisschen drin rumstochern.“ Konservativ sei heute nicht rechts. „Und dann ist die Frage, wie man das besetzen kann.“
Aktuell sehen Umfragen tatsächlich nur eine Mehrheit für Schwarz-Grün. Die von SPD und FDP favorisierte Deutschlandkoalition hat bislang, wenn überhaupt, nur eine hauchdünne Mehrheit.
Oettinger gilt als klarer Verfechter von Schwarz-Grün – auch für Baden-Württemberg? „Das ist eine Option, aber die Entscheidung muss Manuel Hagel treffen“, sagt Günther Oettinger unserer Zeitung. „So, wie Grün-Schwarz zehn Jahre lang in Ordnung war, kann auch Schwarz-Grüne okay sein.“ Er würde Hagel, sollte er Ministerpräsident werden, allerdings raten, das Finanzministerium für die CDU zu greifen. Auch wenn er Bayaz für ministrabel halte. Für den Grünen, der kein Landtagsmandat, sondern nur einen Ministerposten im Blick hat, wären das keine guten Aussichten.
Das Theaterhaus betont, es handele sich um eine Vermietung und keine eigene Veranstaltung. Im Januar hatte eine Veranstaltung des Neuen Montagskreises mit Winfried Kretschmann und Cem Özdemir für Stirnrunzeln bei der CDU gesorgt, weil das Theaterhaus mit öffentlichen Mitteln gefördert wird. Das Haus sah aber keinen Verstoß gegen das Neutralitätsgebot im Wahlkampf.