Die neuen Leiter der IG Metall Esslingen, Max Czipf und Nevin Akar, sehen strukturelle Probleme in vielen Industriebetrieben. Foto: Roberto Bulgrin
In der wirtschaftlich schwierigen Lage der Industrie ist die IG Metall Esslingen mit neuer Spitze bereit zur Mitwirkung, um Arbeitsplätze zu halten. Eine Tarifnullrunde lehnt sie ab.
IG Metall Esslingen hält Tariferhöhungen für notwendig: sichern Kaufkraft
In diesem Sinne sieht die IG Metall auch in Zukunft Tariferhöhungen als notwendig an. Dabei gehe es auch darum, die Kaufkraft in der Region zu sichern. „Der größte Wachstumsfaktor ist schließlich der Verbraucher“, sagt Akar.
Die IG Metall wirbt dafür, auch Produktion in der Region und in Europa zu halten. Hier ein Blick in die Firma Pilz in Ostfildern. (Archivfoto) Foto: Ines Rudel
Dabei gebe es auch Unternehmen, die vieles richtig gemacht hätten. Festos Technologiefabrik in Scharnhausen nennen die Gewerkschafter als Positivbeispiel. Kurze Entfernungen zwischen Produzenten, Lieferanten und Abnehmern seien eine Stärke in der Region. „Aber je mehr Unternehmen die Biege machen und Produktion ins Ausland verlagern, desto länger werden die Wege“, sagt Czipf. Das schade dann auch jenen, die noch Werke hierzulande hielten. Und Arbeitsplätze, die mal weg seien, seien schwer wieder herzuholen.
IG Metall Esslingen: Verzicht für Mitbestimmung und Jobsicherung
Mehr Einsatz für die Zukunftsfähigkeit der Industrie wünscht sich die IG Metall auch von der Politik. Czipf schlägt einen Regionalfonds vor, in dem ein paritätisch besetztes Gremium über Investitionen entscheide, die in Zukunftsthemen wie KI, erneuerbare Energien oder Batterietechnologie fließen. Es gelte auch, in Deutschland und Europa unabhängiger von Ländern wie den USA und China zu werden, die Rohstoffe und wichtige Produkte als politische Druckmittel einsetzten. Zugleich ist Czipf überzeugt, dass der Maschinenbau die Leitindustrie des Landkreises bleiben werde – wenn vielleicht auch weniger abhängig vom Automobilbau. „Das ist das Herz bei uns und das wird auch so bleiben.“