In drei Gesprächsrunden sprechen wir mit DJs, Clubbetreibern und Kulturschaffenden über Clubkultur und Kollektivarbeit in Stuttgart.
Wer im Stuttgarter Nachtleben unterwegs ist, kennt sie längst: die vielen Kollektive der Stadt. Mit besonderen Location und lokalen DJs und Bands mischen sie die Clubkultur ordentlich auf. Bei der Langen Nacht der Museen im Stadtkind-Büro geben sie Einblicke in ihre Arbeit.
Die Ausstellung „Better together – Stadtkind zeigt, wie Kollektive Stuttgarts (Nacht)leben gestalten“, organisiert von Stadtkind und dem Interkollektiven Meetup (IK), macht sichtbar, wie stark die Szene das kulturelle Leben in Stuttgart prägt.
Doch es gibt nicht nur etwas zu sehen, sondern auch zu hören: Drei Talks liefern Einblicke, Diskussionen und ehrliche Perspektiven aus der Szene.
19 Uhr: Zwischen Kommerzialisierung und Selbstausbeutung
Den Auftakt macht Anne Schnee (Kollektiv am Viadukt), die seit Jahren Veranstaltungen und Festivals organisiert. Sie berichtet, wie viel ehrenamtliche Arbeit hinter solchen Projekten steckt – und wo Kollektive dabei an ihre Grenzen stoßen, körperlich wie finanziell. Denn ihre Events entstehen aus Leidenschaft, ohne Bezahlung. Wie finanzieren sich diese Formate? Und wo verläuft die Grenze zwischen Engagement und Selbstausbeutung?
Die Talkrunde wird ergänzt von Clara Wolfstieg. Sie ist DJ und arbeitet im Sunny High Club. Sie erzählt, wieso der Club in Bad Cannstatt gerade Kollektiven eine Plattform geben will.
20 Uhr: Hat die Gen Z das Feiern verlernt?
Im zweiten Teil sprechen unter anderem Nachtmanager Nils Runge (Koordinierungsstelle Nachtleben – Pop Büro Region Stuttgart) und Marius Lehnert, Booker im Club Fridas Pier, über den Wandel der Clubkultur in Stuttgart.
Seit der Pandemie stehen viele Clubs unter Druck: steigende Kosten, hohe Gagen und ein Publikum, das sich verändert hat. Doch stimmt das Bild wirklich, dass die Gen Z weniger ausgeht? Diskutiert wird, wie sich das Nachtleben gewandelt hat, vor welchen Herausforderungen die Szene steht – und welche Rolle Kollektive dabei spielen.
21.30 Uhr Mehr als nur eine Party – Utopien für die Nacht
Ob Festival, Zwischennutzung oder selbstorganisierte Events: Kollektive schaffen eigene Räume und neue Formen des Miteinanders. Dabei geht es längst nicht nur ums Feiern, sondern auch um Teilhabe, Gemeinschaft und kulturelle Ausdrucksformen.
In der abschließenden Gesprächsrunde sprechen wir mit Sebastian Haslinker (Interkollektiven Meetup & Kulturbunker) und Lilou Prochazkova (Art:al-Kollektiv). Dabei geht es um die Frage, was Kollektive über die Party hinaus leisten – ästhetisch, sozial und kulturell.
Afterparty in der Lerche22
Die Ausstellung läuft von 18 bis 1 Uhr. Und wer dann noch nicht genug vom Stuttgarter Nachtleben hat, zieht weiter in die Lerche22: Dort startet das Interkollektive Meetup (IK) ab 23 Uhr die „Lange Nacht nach der Langen Nacht“. Hier geht es weiter bis 5 Uhr morgens.