Endstation Baustellenbarriere: Die Fußgängerrampe im Mittleren Schlossgarten ist gesperrt. Foto: red
Reisenden werden rund um die Stuttgart-21-Baustelle weite Wege zugemutet. Nun sperrt die Bahn einen Teil der kürzesten Verbindung zwischen den Gleisen und der Stadtbahn-Haltestelle Staatsgalerie. Begründet wird das mit der Witterung.
An der Wegeführung rund um und durch die Stuttgart-21-Baustelle entzündet sich wiederholt Kritik. Nun hat sich die ohnehin für Ortsfremde oder Menschen, die sich nur gelegentlich auf den Weg zum Bahnhof machen, komplizierte Sachlage abermals geändert.
Kürzester Weg zur Stadtbahn-Haltestelle
Die Bahn hat eine Fußgängerrampe, die vom Biergarten zum Weg durch die Baustelle führt, gesperrt. Sie ist für all jene nicht ganz unwichtig, die von den Bahngleisen zur Stadtbahn-Haltestelle Staatsgalerie unterwegs sind. Für sie war die Rampe die kürzeste Verbindung. Nun verhindern Baustellenbarrieren am Beginn und am Ende der Rampe das Durchkommen.
Grund: die Witterung
Ein Bahn-Sprecher nennt auch den Grund für den neuerlichen Umweg. „Für die Sicherheit der Reisenden ist die Rampe zum Biergarten während der kalten Jahreszeit vom 1. November an bis Ende März 2025 in Abstimmung mit der Verkehrsbehörde gesperrt.“ Der aufgeraute Belag auf der temporären Rampe scheint eine mögliche Rutschgefahr nicht zu bannen.
Kein Durchkommen auf der Rampe im Schlossgarten Foto: red
Zwar ist die Rampe zu Normalzeiten per entsprechendes Verkehrsschild als Fußweg gekennzeichnet, sie gehört aber gleichwohl nicht zur von der Bahn vorgesehenen Wegeführung. „Der asphaltierte Gehweg ist die offizielle barrierefreie Verbindung zum Querbahnsteig“, so der Bahn-Sprecher. Gemeint ist ein Fußweg, der die vom Bahnhof kommenden Fußgänger bis vor die Lusthausruine führt. Von dort geht es weiter zur Haltestelle Staatsgalerie, aber auch zum Wulle-Steg, der die Verbindung ins Kernerviertel darstellt.
Auch am offiziellen Weg wird gebaut
Das Problem: Auch entlang dieser offiziellen Route hat sich mittlerweile eine Baustelle breitgemacht. Dort entsteht eine Drainageleitung, die überschüssiges Wasser aus dem Bereich des neuen Durchgangsbahnhofs zum Anlagensee ableiten soll. Während der Bauphase ist eine Wegeführung entlang der Baugruben eingerichtet. Ein Trampelpfad quer über eine Wiese im Schlossgarten zeigt, dass die offizielle Wegempfehlung nicht überall angekommen ist.
Die nun gesperrte Rampe am Biergarten ist laut Bahn nicht für alle Menschen gleichermaßen geeignet. „Die Rampe war ursprünglich lediglich als Zugang zum Biergarten errichtet worden und endet dort an Waschbetonblöcken, die mobilitätseingeschränkte Personen nicht überwinden können und auch für Koffer mit sich führende Reisende ein Hindernis darstellen.“
Letzter Ausweg: Spott
Die Umwege im Bereich des Bahnhofs sind wiederholt Zielscheibe von Spott gewesen. Bei regelmäßigen Bahnnutzern hat sich der Begriff Fernwanderweg eingebürgert. Eine Werbekampagne für Zahnpflegemittel, die entlang des überdachten Stegs zwischen Bahnhofsturm und Gleis 16 zu sehen war, nahm die weiten Wege und die lange Bauzeit auf die Schippe. „Sensible Reparaturen brauchen Zeit. Bei uns circa zwei Minuten“, lautete einSlogan, der die Menschen auf dem weiten Weg zum Zug begleitete.