Die Baustelle im Schlossgarten zieht sich vor der Lusthausruine hin. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Wohin mit überschüssigem Wasser aus dem Bereich des neuen Durchgangsbahnhofs von Stuttgart 21? Die Bahn beginnt nun mit dem Bau einer geplanten Leitung zwischen Bahnhof und dem Anlagensee im Mittleren Schlossgarten – mit Folgen für den Radverkehr.
Zwischen der S-21-Baustelle, dem Anlagensee und der Lusthausruine macht sich im Mittleren Schlossgarten die nächste Baustelle breit – auch sie hängt mit dem neuen Durchgangsbahnhof zusammen, dessen Bau die Menschen in diesem Bereich schon seit Jahren zu immer neuen Umwegen zwingt. Vorboten der neuen Buddelei sind umfangreiche Absperrungen. Die Arbeiten sollen sich bis ins kommende Frühjahr hinziehen, wie eine Sprecherin des Finanzministeriums berichtet, das die staatlichen Parks verwaltet, zu denen der Schlossgarten gehört.
Arbeiten dauern bis Frühjahr 2025
Mit der neuerlichen Baustelle will die Bahn einen unterirdischen Kanal zwischen Bahnhofsbaustelle und dem Anlagensee herstellen. Nach ursprünglichen Plänen hätte das Bauwerk rund 950 Meter lang sein sollen. Durch eine Änderung des Vorhabens wurde die Länge nun reduziert auf 465 Meter. Man habe die ursprüngliche Planung des Ableitkanals optimiert. „Damit konnten Immissionen aus Bau und Betrieb der Anlage deutlich verringert werden“, erklärt ein Bahnsprecher auf Anfrage.
Der Bahnhof, der als Betontrog quer im Park liegt, ist von einer Sicherheitsdrainage umgeben. Der nun zu bauende Kanal schließt daran an. „Über den Ableitkanal soll im theoretisch angenommenen Fall eines sogenannten 200-jährigen Hochwassers Grundwasser aus der Sicherheitsdrainage des Bahnhofs abgeleitet werden“, erläutert der Bahnsprecher.
Auf kleinen Plakaten informiert die Bahn am Bauzaun über ihr Vorhaben. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Dieses Wasser würde in diesem Fall in den Anlagensee geleitet. Von der ursprünglich vorgesehenen Versickerung im Bereich des Schlossgartens sieht die Bahn nun ab. Für den Kanal wird in den kommenden Monaten ein bis zu vier Meter tiefer Graben ausgehoben. An mehren Stellen quert er andere Kanäle und Leitungen.
Radverkehr wird umgeleitet
All das bleibt nicht ohne Folgen für den Radverkehr während der Bauphase. Der werde „teilweise umgeleitet“, sagt die Ministeriumssprecherin. Der Sprecher der Bahn versichert: „Die Einschränkungen für Fußgänger und Radfahrer werden so gering wie möglich gehalten und sind mit der Verkehrsbehörde abgestimmt.“
Wegen des Baus von Stuttgart 21 haben sich für die Passanten und Radler immer wieder die Wege im Schlossgarten geändert. Aktuell führt der Hauptweg über zwei Rampen und eine kurze Brücke durchs Baufeld des neuen Bahnhofs.