Stuttgart 21 Spitzentreffen abgesagt – Starttermin bleibt unklar
Nach wie vor ist unklar, wann erste Teile von Stuttgart 21 in Betrieb gehen können. Ein geplantes Treffen der Projektpartner Mitte April findet nicht statt.
Nach wie vor ist unklar, wann erste Teile von Stuttgart 21 in Betrieb gehen können. Ein geplantes Treffen der Projektpartner Mitte April findet nicht statt.
Immerhin diesen Terminplan will die Bahn wohl einhalten: vor Mitte des Jahres gibt es keine Informationen zum Stand der Planungen der Inbetriebnahme von Stuttgart 21. Das hatte Bahnchefin Evelyn Palla bei einem Treffen der Projektpartner, dem sogenannten Lenkungskreis, im Dezember 2025 verkündet. Eine weitere Zusammenkunft von Bahn, Stadt, Land und Region wird es zunächst nicht geben.
Die Bahn will sich weiterhin nicht in die Karten schauen lassen, zu welchen Erkenntnissen sie bei der internen Aufarbeitung des Termindebakels gelangt ist. Mitarbeiter der Konzernrevision durchleuchten dazu die mit dem Bau beauftragte DB-Projektgesellschaft Stuttgart-Ulm (PSU). Die Möglichkeit für ein Update über den Stand der Nachforschungen hätte sich Mitte des Monats geboten. Am 17. April sollte der Lenkungskreis turnusmäßig wieder zusammentreten. Doch daraus wird nichts. „Tatsächlich entfällt der Lenkungskreis im April“, sagt ein Bahnsprecher.
Dieser Auskunft lässt er noch jenen Satz folgen, mit dem die Bahn seit Monaten gleichlautend auf Anfragen zum Stand der Dinge reagiert. „Die Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm ist damit beauftragt, bis spätestens Mitte 2026 ein neues Inbetriebnahmekonzept für S21 zu erarbeiten und mit allen Projektpartnern verbindlich abzustimmen“.
So weit, so bekannt. Nachfragen, ob der bei den zurückliegenden Tagen der offenen Baustelle kolportierte Termin richtig ist, wonach am 26. Juni das weitere Vorgehen bei Stuttgart 21 verkündet wird, lässt der Sprecher unbeantwortet. Er erklärt lediglich, dass man derzeit einen Termin für eine neue Zusammenkunft des Lenkungskreises abstimme.
Im Lenkungskreis sitzen Vertreter von Bahn, Stadt, Land, Region und Flughafengesellschaft. Im halbjährigen Turnus tagt die Runde – es sei denn, mindestens zwei Partner wünschen einen außerplanmäßigen Termin. Zuletzt ist das im Dezember 2025 der Fall gewesen. Kurz zuvor hatte die Bahn einräumen müssen, dass der noch beim Lenkungskreis im Oktober bekräftigte Terminplan, wonach erste Teile von Stuttgart 21 im Dezember 2026 eröffnet würden, nicht zu halten ist.
Der nächste Lenkungskreis wäre dann auch die Premiere für den neuen Stuttgart-21-Chef Klaus Müller. Der hatte den bisherigen Vorsitzenden der PSU-Geschäftsführung, Olaf Drescher, der mit einem Vertrag bis Januar 2027 ausgestattet war, bereits Anfang März abgelöst. Mittlerweile ist die ursprünglich mit vier Personen besetzte PSU-Chefetage auf ein Duo zusammengeschrumpft. Neben Müller ist nur noch Peter Siefert, zuständig für Finanzen, Controlling und Vertragsmanagement an Bord.
Die fürs Personal zuständige Geschäftsführerin Heike Schweizer schied vor kurzem aus. Bereits Ende letzten Jahres war Michael Pradel, bis dato für den technischen Bereich verantwortlich, auf einen anderen Leitungsposten innerhalb der DB-Tochter Infrago gewechselt und verantwortete Großprojekte in Norddeutschland. Er wird, wie auch der bisher für den Flughafenabschnitt von Stuttgart 21 und den Pfaffensteigtunnel auf den Fildern verantwortliche Ingenieur, Robert Berghorn, zum 1. September Mitglied des Vorstands der Wayss & Freytag Ingenieurbau AG.