Rund um die Stadtbahnhaltestelle Staatsgalerie und das Planetarium sieht es trostlos aus. Seit Jahren nimmt die Stuttgart-21-Baustelle die Fläche in Beschlag. Anfang des Jahres keimte Hoffnung auf, die Situation könne sich bessern, doch geschehen ist seitdem wenig. Spielen Deutsche Bahn und die Stadt an dieser Stelle Verantwortungs-Pingpong?
Es war das Rathaus, das Ende Januar vermeldete, das Areal werde „nach und nach wieder Funktion und Charakter einer vollständigen Parkanlage erhalten. Dafür werden im Bereich der Stadtbahnhaltestelle Staatsgalerie und des Planetariums in mehreren Abschnitten Teile des künftigen Wegenetzes erschlossen“. Das klang nach einem Ende der langen Durststrecke.
Doch zunächst müssen Passanten eine Verschlechterung hinnehmen: Der Weg zwischen Haltestelle, Planetarium und Innenministerium wurde gesperrt, eine barrierefreie Verbindung gibt es seitdem nicht mehr. Das ist vor allem für jene lästig, die von der Stadtbahnhaltestelle zu den Gleisen des Hauptbahnhofs unterwegs sind. Der Weg durch den Park ist auch nicht länger als der über den sogenannten Fernwanderweg übers neue Bahnhofsdach.
Haltestelle Staatsgalerie: Bahn baut Provisorien ab
Die Stadt verweist ein Vierteljahr nach der Ankündigung nun bei Nachfragen zum Stand des Baufortschritts auf die Bahn. Das Thema werde „von der DB federführend betreut“, erklärt ein Rathaus-Sprecher. Bei der für den Bau von Stuttgart 21 zuständigen Bahnprojektgesellschaft PSU heißt es, man habe „damit begonnen, Teile der provisorisch angelegten Wege zurückzubauen und den Unterbau für die künftige Wegeführung herzustellen“.
Noch steht aber nicht endgültig fest, wie die Wegeführung am Ende der Bauarbeiten ganz konkret aussehen wird. Man baue zwar „entsprechend der ursprünglichen Planung die Wege, die nördlich des Planetariums verlaufen“, sagt ein Bahnsprecher. Das ist der Bereich zwischen dem Sternenkino und dem Steg, auf dem Radler und Fußgänger die Stuttgart-21-Baustelle in Richtung Ferdinand-Leitner-Steg queren können.
Weiterer Abstimmungsbedarf auf der Stuttgart-21-Baustelle
Anders sieht es im restlichen Bereich aus. „Der zeitliche Bauablauf für den Bereich östlich des Planetariums wurde angepasst, da noch Abstimmungen zur Detailplanung laufen“, sagt der Bahnsprecher. Weder äußert er sich zur Art des Abstimmungsbedarfs noch zu etwaigen Auswirkungen auf den Zeitplan der Arbeiten. Gemeint ist das Areal in Richtung des Mittleren Schlossgartens und des Innenministeriums, in dem auch die Treppenanlage zum Wulle-Steg verläuft.
Immerhin macht der Bahnsprecher Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation in den kommenden Monaten. „Sowohl der stadteinwärtige als auch der stadtauswärtige Bahnsteig der Haltestelle Staatsgalerie sind von voraussichtlich Mitte des Jahres an wieder barrierefrei vom Schlossgarten aus erreichbar“. Bleibt abzuwarten, ob dieses Versprechen mit Provisorien eingelöst wird oder dann tatsächlich ein Teil der Stuttgart-21-Baustelle der endgültigen Gestaltung der Freianlagen des neuen Bahnhofsumfelds gewichen ist.