Stuttgart-Süd Auf die Premiere folgt die Absage – das Schoettle-Fest fällt dieses Jahr aus

Immer noch Baustelle: Auf dem Erwin-Schoettle-Platz kann Ende Juni nicht gefeiert werden. Foto: Michael Weier

Das für Ende Juni geplante Fest auf dem Erwin-Schoettle-Platz im Stuttgarter Süden ist abgesagt worden. Aus mehreren Gründen. An Stimmung und Resonanz liegt es jedenfalls nicht.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)

Nicht nur für Barbara Hornberger war das Schoettle-Fest ein voller Erfolg: „Wir hatten tolle Gespräche und konnten sogar neue Mitglieder gewinnen“, sagt die Vorsitzende von der Geschichtswerkstatt Stuttgart-Süd. Gemeinsam mit der Stolperstein-Initiative hätte der Verein Führungen angeboten, alles sei auf großes Interesse gestoßen. „Wir sind traurig, dass es ausfällt“, sagt sie. Nach der Premiere im vergangenen Jahr haben sich die Veranstalter dieses Jahr zu einer Absage entschieden. Von 25. bis 28. Juni hätte das Fest stattfinden sollen. Als Grund führt Thomas Fadini „in erster Linie“ die Baustelle auf dem Schoettle-Platz an, die noch bis September dauert. Aber steigende Preise und gesunkener Alkoholkonsum der Besucher gehören auch dazu.

 
Der Platz vor der Markuskirche ist belegt. Foto: Weier

Ein Dutzend Musiker und Bands traten im vergangenen Jahr beim Schoettle-Fest auf, Vereine und Einrichtungen präsentierten sich den Besuchern. „Es war super“, sagt Barbara Hornberger. Als Fest „für und mit dem Stadtteil“, für Kultur und Netzwerken und um die Vielfalt und das Engagement der Initiativen und Vereine sichtbar zu machen, war es vom Verein Schall & Rauch 711, dem Thomas Fadini und Mirko Buxbaum von der Rosenau Kultur sowie weitere Nachbarn angehören, konzipiert worden.

Der Architekt und Stadtplaner wohnt nur 100 Meter vom Erwin-Schoettle-Platz entfernt, engagiert sich in der Initiative solidarische Nachbarschaft Schoettle-Areal und findet es „spannend, für kurze Zeit Plätze zu verändern“. Neben dem Afrika-Festival hatte der Erwin-Schoettle-Platz seiner Meinung nach noch ein weiteres Fest verdient.

Schon bei der Premiere des Festes nichts verdient

Bereits als die Stadt Stuttgart im Frühjahr ankündigte, neue Auflagen für Stadtteilfeste zu erlassen, wurde die Planung für das Schoettle-Fest gestoppt. Obwohl diese Auflagen dann nicht kamen, blieb es bei der Entscheidung. „Die Stimmung war super“, sagt auch Thomas Fadini über die Premiere. Damit könnten sinkende Sponsorengelder und die zurückgehende städtische Förderung jedoch nicht wett gemacht werden.

Dass die Besucher zudem immer weniger Bier konsumierten, sei zwar gut für die Gesellschaft, für Veranstalter dagegen zunehmend schwierig. Deshalb will er sich mit Mirko Buxbaum und den weiteren Mitstreitern ein neues Konzept überlegen, wie solche Feste künftig organisiert werden können. Vergangenes Jahr sorgte der Verein für das Kulturprogramm, Logistik und Personal wurden von der Firma von Mirko Buxbaum gestellt, der auch das Feuersee-Fest organisiert. Verdient wurde schon bei der Premiere nichts.

Immerhin gibt es neben der Absage auch Grund für Optimismus: „Die Lust und der Wille sind groß, dass das Fest 2027 wieder stattfindet“, verspricht Thomas Fadini. Die Naturfreunde Heslach werden garantiert wieder dabei sein, kann Werner Schmidt versprechen. „Es war eine ganz tolle Geschichte“, sagt auch er. Dass die Bauarbeiten nicht vorankämen, findet der Naturfreund sehr traurig. Es gebe zwar viele Feste, aber keines, bei dem Vereine derart einbezogen würden und das Programm mitgestalten dürften, erklärt er. „So etwas hätten wir gerne öfter“, sagt Werner Schmidt, „es hat auch untereinander für einen großen Zusammenhalt gesorgt.“

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