Stuttgarter Einzelhandel Neustart der Metzgerei am Bubenbad – mit dem Sohn der beliebten Metzgerin

Max Häfele und Christos Makris auf dem Dach der Metzgerei am Bubenbad, die nun ein ganz neues Aussehen hat. Foto: Ferdinando Iannone

Nach dem Tod von Chryso Makri gibt es für ihre Kundschaft gute Nachrichten: Die Metzgerei am Bubenbad öffnet wieder – und ist schicker geworden.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)

Christos Makris muss sich noch daran gewöhnen: „Es ist anders“, sagt er, „aber meine Mutter würde sich sehr freuen.“ Denn die Metzgerei am Bubenbad hat rund fünf Monate nach dem überraschenden Tod der beliebten Metzgerin Chryso Makri wieder eröffnet. Max Häfele von der gleichnamigen Metzgerei mit Sitz in Winnenden hat die Filiale übernommen und modernisiert.

 

Sie soll wieder zum Treffpunkt werden – mit dem Verkauf von Fleischwaren, einem Mittagstisch, neuen Sitzgelegenheiten und eben ein paar Veränderungen. Fleischboutique heißt das Geschäft nun, denn Max Häfele findet den Namen Metzgerei „so unsexy“. Außerdem setzt er bei der Einrichtung auf Designmöbel und schickes Ambiente im Gegensatz zum bislang nüchtern gekachelten Laden. Auf dem Dach hat der neue Betreiber eine Kuh platziert.

Aus der Metzgerei wurde eine Fleischboutique, seit Mittwoch, 13. Mai, hat die geöffnet. Foto: Kathrin Haasis

Ursprünglich wollte Max Häfele die Metzgerei Kalbacher im Osten der Stadt übernehmen. Bereits im vergangenen September war Roman Kalbacher aufgrund einer schweren Krankheit verstorben – ein gleichermaßen beliebter Metzger in Gablenberg, der in der Sport- und Kulturgemeinschaft (SKG) aktiv war. Das Geschäft hatte er mit seiner Frau 1985 übernommen. Doch das Haus soll verkauft werden, die Filiale bleibt geschlossen. Mitarbeiter von der Metzgerei Kalbacher sind nun aber am Bubenbad im Einsatz. „Das war eine Fügung“, sagt Max Häfele.

„Meine Mutter wäre stolz“

Seit 13. Mai ist die Fleischboutique nach einem monatelangem Umbau in Betrieb, „top modern“ eingerichtet. Die Scheibe ist mit Regenbogenfolie verspiegelt, davor steht eine Sitzbank von Charles Eames und ein Olivenbaum, darüber leuchtet der Schriftzug. „Wir schaffen hier etwas Einzigartiges“, findet der Betriebswirt, der fünf Filialen als Franchise der Metzgerei betreibt. Zusammen hat die Familie 21 Metzgereien in der Region.

Fleisch aus eigener Schlachtung, die üblichen Wurstwaren, ein Vollsortiment eben sowie Dry-aged Fleisch, Maultaschen, Fleischküchle und selbst gemachten Kartoffelsalat gibt es unter anderem in der neuen Fleischboutique. Gerade für ihren Kartoffelsalat war auch Chryso Makri bekannt. „Meine Mutter wäre stolz“, sagt ihr Sohn über die Verwandlung der Metzgerei, eine Modernisierung habe sie sich immer gewünscht. Und für die Kunden seien die Sitzplätze eine Bereicherung, die in der Metzgerei stets ihr Schwätzchen gehalten hätten.

Sohn der gestorbenen Metzgerin steht hinter der Theke

Dass sie mit ihm „ein bekanntes Gesicht“ sehen, freue sie außerdem. Christos Makris stand regelmäßig neben seiner Mutter in dem Laden. Für seine neue Aufgabe absolvierte er ein Praktikum bei den Häfeles, weil er nicht wie Chryso Makri ausgebildeter Metzger ist. „Dass Christos weiterhin da ist, ist toll“, freut sich Max Häfele, damit sei die Geschichte des Ladens weiterhin spürbar. Auch für die früheren Kalbacher-Kunden sei es ein Bonus, dass sie wie gewohnt, jetzt am Bubenbad, bedient werden. Nur mit guten Mitarbeitern werde die Fleischboutique funktionieren, ist er überzeugt.

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