Im Jahr 2019 war Yüksel Dogan noch bei Alaturka tätig. Sein Gesicht steht heute noch im Mittelpunkt des Logos, obwohl er schon lange ausgestiegen ist. Foto: Lichtgut/Kovalenko, Kathrin Haasis
Der Kopf von Yüksel Dogan prangt noch auf dem Logo, obwohl der Gründer von Alaturka längst aus dem Betrieb ausgestiegen ist – und darüber sollen alle Bescheid wissen.
Eigentlich hat sich Yüksel Dogan bereits offiziell von Alaturka verabschiedet. „Nach 32 Jahren legt er das Döner-Messer weg“, stand darüber im Januar des vergangenen Jahres in unserer Zeitung. Trotzdem wird er oft angesprochen, ob er noch in dem Imbiss an der Olgastraße arbeite. Schließlich ist sein markanter Kopf der Mittelpunkt des Alaturka-Logos. Auch im Werbefilm auf der Homepage hat er eine prominente Rolle. „Das Stuttgarter Original“ heißt es auf der Leuchtreklame, die außen am Gebäude hängt, und „Genießen auf Anatolisch“. Yüksel Dogan steht offensichtlich bis heute für den Döner des Lokals. Aber mittlerweile will er nicht mehr das Gesicht von Alaturka sein.
Mehrfach ausgezeichneter Döner
„Ich bin eine Marke geworden“, sagt der 60-Jährige. Sein Döner ist immer wieder von verschiedenen Testern als bester deklariert worden. „Germany’s best Kebab“ steht auch unter der Leuchtreklame mit seinem Konterfei. Die Auszeichnung gab es 2019 von einem Reiseportal namens Big 7. Nur Entrecôte aus Deutschland verwende er für seine Spieße und keine fertigen, bei anderen Herstellern eingekaufte Spieße, hatte er in einem Interview erklärt. Weil er auf Qualität setzte, habe er sich einen guten Namen gemacht. Doch die Gewinnmargen seien bei ihm nicht hoch, sagte er damals. Noch am alten Standort in der oberen Olgastraße neben der Markus-Apotheke ging ihm das Geld aus.
Bei einer Spendenaktion nach dem Erdbeben für die Türkei und Syrien kam Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper zu Alaturka. Foto: dpa
Tatsächlich führt Yüksel Dogan schon seit 2019 nicht mehr die Geschäfte. Wegen drohender Insolvenz hatte er den Betrieb verkauft. Damals erfolgte der Umzug an die heutige Adresse, Olgastraße 75. Mit den Investoren gab es zunächst große Pläne für ein Franchise, aber das Verhältnis zu ihnen verschlechterte sich laut Yüksel Dogan. Im Sommer 2024 wurde er dann ausbezahlt, auch für das Logo mit seinem Kopf bekam er Geld. „Alaturka ist mein Kind“, sagt er. Weil es auch von der Öffentlichkeit weiterhin so wahrgenommen werde, will er klarstellen, dass er mit dem jetzigen Betrieb nichts mehr zu tun hat.
Seit seinem Ausstieg war Yüksel Dogan viel unterwegs, bis zu 20 Kilometer laufe er am Tag. Dabei sind ihm anscheinend viele Ideen gekommen: Einen neuen Markennamen hat er sich bereits gesichert und träumt davon, wieder „hochwertigen Döner“ anzubieten. „Ich will meine Gäste bedienen“, sagt Yüksel Dogan. Zum Ausstiegsdeal zählt seinen Angaben zufolge allerdings ein befristetes Wettbewerbsverbot, weshalb er in Stuttgart erst im April 2026 ein eigenes Lokal eröffnen dürfe. „Ich habe der Stadt so viel zu verdanken und so viel Schönes erlebt“, sagt der 60-Jährige. Ohne Ausbildung sei er 1979 nach Deutschland gekommen, habe hier gelernt, sauber und diszipliniert zu arbeiten. Daher wolle er Stuttgart wieder etwas zurückgeben.
An seiner alten Wirkungsstätte ist bislang nur eine Spur des Gründers getilgt worden, berichtet der Döner-Meister: Der Yüksel-Teller wurde in Alaturka-Teller umbenannt. Ob die neuen Inhaber irgendwann auch auf das Gesicht des Gründers verzichten werden? Auf Anrufe reagiert der aktuelle Geschäftsführer Hakan Ates nicht, per E-Mail verschickte Fragen bleiben ebenfalls unbeantwortet.