Es ist ein inzwischen lieb gewonnenes Ritual. Bereits zum zehnten Mal öffnet der Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm zusammen mit der Deutschen Bahn an Ostern die Tore rund um den Hauptbahnhof für die Tage der offenen Baustelle bei Stuttgart 21. Angesichts der neuen Gerüchte, dass das Milliarden Euro teure Bahnprojekt nun erst 2029 in Betrieb geht, voraussichtlich nicht das letzte Mal.
Maximal bis zu sechs Tickets buchbar
Von Karsamstag, 4. April, bis Ostermontag, 6. April, erhalten die Besucher besondere Einblicke. Pro Tag stehen rund 26.000 Tickets zur Verfügung. Diese erlauben den Zutritt in Gruppen im 30-Minuten-Takt. Der erste Einlass erfolgt um 10, der letzte um 16 Uhr. Bis um 17 Uhr muss die Baustelle dann wieder vollständig geräumt sein. „Aufgrund des großen Andrangs und der zur Verfügung stehenden Fläche ist auch dieses Jahr eine Anmeldung notwendig“, betont Bernhard Bauer, der Vorsitzende des Bahnprojektvereins. Durch das Anmeldeverfahren würden freie Zeitfenster transparent und sichtbar, der Besuch damit insgesamt besser planbar, so Bauer weiter – für Besucher und die Veranstalter.
Denn über mangelndes Interesse wird sich der Verein auch in diesem Jahr voraussichtlich nicht beklagen können. So stiegen die Besucherzahlen seit 2016 (30.000 Gäste) über die Jahre fast ausnahmslos kontinuierlich bis auf 115.000 vor zwei Jahren an. Seit vergangenem Jahr gilt daher eine Zugangsbeschränkung. Die Tickets sind ab Montag, 2. März, über die Homepage des Vereins unter www.its-projekt.de kostenlos buchbar. Maximal können sechs Tickets auf einmal gebucht werden.
Insgesamt haben bereits „mehr als eine halbe Million Fans das neue Stuttgarter Wahrzeichen an den Tagen der offenen Baustelle besucht“, sieht Bauer darin ein starkes Zeichen. Auch dieses Jahr lohne sich wieder den „Baufortschritt und die beeindruckende Architektur des Hauptbahnhofs anzuschauen“. Im Mittelpunkt steht die Modernisierung des stadtbildprägenden Bonatzbaus. An insgesamt 20 Informationsständen präsentieren sich zahlreiche Partner des Projekts. Unter anderem gehört auch eine Gitterschale, „ein Meisterwerk aus Stahl und Glas“ neben dem Plantarium zur offenen Baustelle. Aber auch das Dach des Durchgangsbahnhofs mit den markanten Lichtaugen ist begehbar und bietet einen ersten Eindruck der künftigen Nutzung – wenngleich das voraussichtlich nunmehr erst 2029 der Fall sein wird.