Türkische Restaurantkette Wieder eine Pleite auf dem Killesberg – Big Chefs geschlossen

Nicht nur geschlossen, sondern gleich „komplett geschlossen“: die Stuttgarter Filiale von Big Chefs Foto:  /Kathrin Haasis

Das Stuttgarter Restaurant der türkischen Kette Big Chefs war wohl doch nicht mehr zu retten: „Wir haben komplett geschlossen!“, steht auf einem Zettel an der Eingangstür. Das Center-Management ist bereits mit potenziellen Nachfolgern im Gespräch.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)

Die groß angekündigte Europa-Expansion von der türkischen Restaurantkette Big Chefs ist zumindest in Deutschland ins Stocken geraten: Von drei Filialen ist nur noch die in Frankfurt am Main geöffnet. „Wir haben komplett geschlossen!“, verkündet ein Zettel auf der Eingangstüre zu dem Stuttgarter Lokal im Einkaufszentrum Killesberghöhe – nach rund eineinhalb Jahren. Bereits seit 26. März ist in Stuttgart die Küche kalt. Ende November war die Betreibergesellschaft in ein Insolvenzverfahren gerutscht. Die optimistische Prognose des Insolvenzverwalters von damals bewahrheitete sich aber nicht. „Wir suchen einen neuen solventen Pächter, der auf die Killesberghöhe passt“, teilt die Center-Managerin Birgit Greuter von der Retail Management Expertise Asset und Property Management Gesellschaft (RME) nämlich mit.

 

Mehrere Insolvenzen gleichzeitig

Möglicherweise hat Gamze Cizreli, die Gründerin und Geschäftsführerin von Big Chefs, in Deutschland auf den falschen Geschäftspartner gesetzt. Denn auch die Filiale im Einkaufszentrum Centro in Oberhausen gibt es nicht mehr. Sie ist ebenso wie die Stuttgarter Dependance von Mehmet Serkan Yedikule geleitet worden. Zu seinen Unternehmungen zählt außerdem das Strandhotel Juist, das im vergangenen Januar laut einem Bericht der Ostfriesischen Zeitung zahlungsunfähig wurde. „Tatsächlich war die Kommunikation zum Mieter über die Laufzeit des Mietverhältnisses hinweg mitunter schwierig“, berichtet Birgit Greuter nur, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Eigentlich ein attraktiver Standort für Gastronomie: Das Restaurant in der Killesberghöhe liegt direkt am Park, verfügt über eine große Terrasse und eine Eisdiele. Foto:  /Kathrin Haasis

Einfach zu bespielen scheint die gastronomische Fläche auf dem Killesberg allerdings nicht zu sein. Mit Big Chefs gibt der vierte Pächter seit der Eröffnung des Ensembles auf. Das Restaurant Scholz am Park hatte 2013 den Anfang gemacht, den Betreibern war vier Jahre später wegen Mietschulden gekündigt worden, der Betrieb war insolvent. Der Gastronom Christian List hielt sich danach mit seinem Restaurant Heuss nur rund zwei Jahre. Es folgte eine Filiale der Münchner Pizzakette „Oh Julia“, der die Coronapandemie schwer zu schaffen machte. Als einen Grund für die Probleme hatte der Betreiber Nima Nafeei die starken Schwankungen im Publikumsverkehr je nach Wetterlage genannt.

Laut Birgit Greuter steht „selbstverständlich“ eine Wiedereröffnung des Lokals in Aussicht, „allerdings mit einem anderen Betreiber“. Das Center-Management steht in Verhandlungen mit Nachmietern: „Und wir sind zuversichtlich eine zeitnahe Wiedereröffnung mit einem attraktiven Gastronomiekonzept realisieren zu können“, sagt sie.

Die möglichen Mieter würden das Potenzial erkennen, das die Fläche bietet. Zu dem Restaurant mit den hohen Decken und den großen Fenster gehört eine große Terrasse direkt an der Wellen-Wiese des Parks. Eine Eisdiele gehört noch dazu. Dass Big Chefs gescheitert ist, lag nach Ansicht vom RME auch nicht am Konzept und an der Kundenfrequenz: „Das Gastronomieangebot wurde aus unserer Sicht von den Gästen gut angenommen“, teilt Birgit Greuter mit.

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