Uni-Campus Stuttgart-Vaihingen Vom 1. August an kostet Parken an der Uni Geld - streng vom Scan-Auto überwacht

Plakate überall auf dem Universitäts-Campus in Stuttgart-Vaihingen weisen auf das baldige Ende des Gratisparkens hin. Foto: PBW

Das Land als Eigentümer macht alle Parkplätze auf dem Campus der Uni in Stuttgart-Vaihingen gebührenpflichtig. Gleichzeitig automatisiert man dort die Überwachung von Parksündern.

Stadtentwicklung & Infrastruktur: Andreas Geldner (age)

Mit dem Gratisparken ist auf dem weitläufigem Campus der Universität Stuttgart im Stadtbezirk Vaihingen bald Schluss: Ob am Straßenrand oder einem abgeschrankten Parkplatz, vom 1. August an wird das Parken überall gebührenpflichtig. Betroffen sind 2600 Stellplätze, davon etwa 1000 entlang den Straßen. Bisher galt das nur für Teilbereiche wie der Parkgarage Pfaffenwaldring 57.

 

Verantwortlich ist die landeseigene Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg (PBW). Diese bewirtschaftet bereits Parkplätze an 18 Hochschulen im Land, unter anderem auch in Stuttgart-Hohenheim.

1,50 Euro je Stunde und maximal zehn Euro am Tag

Künftig kostet das Parken nun mindestens 1,50 Euro für eine Stunde. Der Maximalbetrag am Tag liegt bei zehn Euro. Bezahlen kann man beim Kurzzeitparken per App oder an Automaten. Die Parkscheinautomaten akzeptieren kein Bargeld.

Die Gebühren werden rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche fällig. Zudem gibt es Pauschaltarife auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis. Beim Parken sind künftig alle gleich. Es wird keine speziell reservierten Plätze für Professoren oder andere Universitätsmitarbeiter geben.

Rabatt für Studierende

„Studierende können aber einen Rabatt erhalten“, sagt PBW-Sprecherin Anja Müller. Um diese Ermäßigung zu erhalten, muss man sich registrieren. Das ist vom 15. Juni an möglich. Von diesem Zeitpunkt an kann man einen Dauerparkplatz buchen, der eine Stellplatzgarantie bietet, aber keinen fest reservierten Parkplatz.

Wie groß der Rabatt im Einzelnen ist, will die PBW nicht im Detail kommunizieren. Auf abgeschrankten Stellflächen gibt es Dauerparkplätze zum Vorteilstarif auf Monatsbasis und einen vergünstigten Semestertarif. Entlang den Straßen kann man vergünstigte Tages- und Monatstickets lösen. Nur für einen temporären Sondertarif gibt es einen konkreten Rabatt: In der Zeit der sommerlichen S-Bahn-Stammstreckesperrung vom 20. Juli bis 12. September zahlen Studierende fürs Tagesparken nur die Hälfte.

Identifikation per Nummernschild

Identifiziert wird man per Nummernschild. Diese Registrierung macht es auch möglich, die rund 30 Parkbereiche mit so genannten Scan-Fahrzeugen zu kontrollieren. Diese können im Vorbeifahren die Kennzeichen erfassen und mit den gebuchten Parkgebühren abgleichen. In Deutschland gibt es den entsprechenden Rechtsrahmen bisher nur in Baden-Württemberg.

Zwar setzen inzwischen auch erste Kommunen in Baden-Württemberg in beschränktem Umfang solche Fahrzeuge ein. Dort sollen sie vor allem Fahrzeuge dingfest machen, die etwa auf Gehwegen falsch und verkehrsbehindernd abgestellt sind. Das hat auch damit zu tun, dass die Daten für Anwohnerparkausweise noch nicht digitalisiert sind und so nicht jedes parkende Fahrzeug automatisch erfasst werden kann.

Bis zu 1000 Fahrzeuge je Stunde werden kontrolliert

In Stuttgart-Vaihingen wird hingegen künftig jedes Fahrzeug mit dem Nummernschild registriert. Je Stunde kann ein Fahrzeug bis zu 1000 Nummernschilder auswerten, das sind 200mal so viel wie ein einzelner Mitarbeiter zu Fuß. „Das erspart unseren Mitarbeitern übrigens auch die immer wieder vorkommenden Beschimpfungen“, sagt die PBW-Sprecherin.

Beim Scannen bleibt alles außer dem Nummernschild ausgeblendet. Und auch bei Dauerparkern wird es nur für die kurze Überprüfung gespeichert, dass bezahlt ist. „Der Landesbeauftragte für Datenschutz hat uns offiziell dafür gelobt, wie konsequent wir den Schutz der Daten beachten“, sagt Anja Müller.

Die Investition in ein Scan-Fahrzeug lohnt sich allerdings erst bei einer vierstelligen Zahl von Parkplätzen. „Um die Fahrzeuge auszulasten, werden wir auch die Parkplätze an der Uni Stuttgart-Hohenheim einbeziehen“, sagt die PBW-Sprecherin.

Fünf Jahre lange Diskussionen

Seit 2021 hatte es zwischen Land und Uni Gespräche gegeben, um den Campus in Vaihingen in das Parkraummanagement aufzunehmen. Strittig war aber lange die Frage, ob man die Zufahrt in das Parkgebiet auf drei Hauptstraßen beschränken sollte – was nun nicht der Fall ist. Auf Wunsch der Uni war das Startdatum noch einmal vom 1. April auf Anfang August verschoben worden.

Im Zuge der Parkraumbewirtschaftung wird das Gebiet auch mit zusätzlicher Infrastruktur ausgestattet. So soll es insgesamt 38 von der PBW betriebene Ladepunkte für E-Fahrzeuge geben, davon zwei Schnelllader. Dazu kommen Stellplätze für Carsharing, geschützte Fahrradstellplätze und Stationen für Elektroroller.

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