Die Wäldenbronner Straße zählt zu den wichtigsten Verkehrsachsen im Esslinger Norden, doch die Fahrt durch die Straße ist voller Gefahren. Nun soll ein neues Konzept her.

Reporter: Alexander Maier (adi)

Die Wäldenbronner Straße gehört zu den zentralen Verkehrsachsen im Esslinger Norden, zahlreiche Geschäfte bieten dort eine attraktive Nahversorgung. Doch die Verkehrssituation lässt oft genug zu wünschen übrig: Die Straße ist stark frequentiert, Parkplätze sind knapp, Baustellen entlang sorgen immer wieder für Behinderungen, der Straßenzustand gab immer wieder Anlass zur Kritik. Kurz: Es ist gefährlich. Anfang Dezember hatten die Ratsfraktionen von CDU und SPD gemeinsam von der Verwaltung gefordert, „Maßnahmen und Lösungsansätze zur Verbesserung der infrastrukturellen und verkehrlichen Situation auf der Wäldenbronner Straße zu prüfen“. Die Verwaltung hat diesen Wunsch aufgegriffen.

 

„Die Wäldenbronner Straße spielt eine wichtige Rolle für die Nahversorgung der Bürgerinnen und Bürger“, heißt es im Antrag von CDU und SPD. „Gleichzeitig ist die Belastung dieser Straße ein seit Langem bekanntes Problem, das in den kommenden Jahren durch die Entwicklung des Tobias-Maier-Quartiers weiter zunehmen wird.“

Sachverstand der Bürger ist gefragt

In der Wäldenbronner Straße ging es schon häufiger reichlich eng zu. Foto: Roberto Bulgrin

Die Antragsteller räumen ein, „dass es nicht einfach ist, kurzfristig Verbesserungen herbeizuführen“. Doch sie finden es nötig, „zeitnah tragfähige Konzepte für eine nachhaltige Verbesserung der verkehrlichen und infrastrukturellen Situation zu entwickeln“ und dabei den Sachverstand der Bürgerschaft einzubeziehen. Ziel der beiden Fraktionen ist es, dass „die Erreichbarkeit der ansässigen Geschäfte sichergestellt und gleichzeitig die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht“ werden soll.

Dabei soll die Verwaltung Großprojekte im Umfeld wie die geplante Bebauung des Tobias-Mayer-Quartiers frühzeitig einfließen lassen und ein umfassendes Infrastrukturkonzept entwickeln, das die erhöhten Anforderungen an Straßenführung, öffentlichen Personennahverkehr, Nahversorgung und Mobilität berücksichtigt. Dabei soll die Verwaltung Anwohner, Gewerbetreibende und weitere relevante Akteure vor Ort aktiv einbinden und den Dialog mit ihnen suchen.

Rathaus sucht ein Zukunftskonzept

Im Winter wurde die marode Fahrbahn der Wäldenbronner Straße saniert. Foto: Roberto Bulgrin

Die Stadtverwaltung hat den Vorstoß der beiden Ratsfraktionen positiv aufgegriffen und bereits erste Maßnahmen ergriffen: Die Fahrbahndecke der Wäldenbronner Straße wurde kürzlich erneuert, um die Verkehrssicherheit zu verbessern. Eine Umgestaltung war damit nicht verbunden. „Die Straßensanierung bietet nun die Möglichkeit für einen zeitlich unabhängigen Prozess, in dem ein Konzept für die Umgestaltung der Wäldenbronner Straße im Stadtteil erarbeitet werden kann“, heißt es im Rathaus.

Im Bebauungsplanverfahren für das Tobias-Mayer-Quartier habe die Stadt die verkehrlichen Auswirkungen auf das dortige Umfeld bereits einbezogen, ein Nahmobilitätskonzept soll Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres vorliegen. Gelder für ein Konzept zur Umgestaltung der Wäldenbronner Straße in Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit sollen im nächsten Doppelhaushalt bereitgestellt werden.

Im Ausschuss für Bauen, Mobilität und Klimaschutz erklärte Baubürgermeister Hans-Georg Sigel, dass die Wäldenbronner Straße nach der Fahrbahnerneuerung funktioniere, aber noch nicht perfekt gestaltet sei. Daran wolle die Stadt weiter arbeiten. Tim Hauser (CDU) machte deutlich, dass seine Fraktion dieses Thema gerade mit Blick auf zusätzlichen Verkehr aus dem Tobias-Mayer-Quartier fest im Blick behalten werde. Daniel Scharpf (SPD) legte Wert darauf, dass die Belange aller Verkehrsteilnehmer dabei berücksichtigt werden.

Unendliche Geschichte in Esslingen? „Nicht weitere 30 Jahre warten“

Carmen Tittel (Grüne) sprach von einer unendlichen Geschichte und hoffte, „dass die Verwaltung zeitnah Ideen entwickelt“. Andreas Klöpfer (WIR/Sportplätze erhalten) erhofft sich „allumfassende Veränderungen“. Und Brigitte Häfele (beratend für FDP/Volt) empfahl, zunächst eine klare Zielperspektive für die Zukunft der Straße zu entwickeln. Für Baubürgermeister Sigel ist jedenfalls klar: „Wir können nicht nochmal 30 Jahre warten. Machen wir uns auf den Weg.“