VfB Stuttgart beim FSV Mainz 05 Der VfB zeigt Schwächen – aber auch eine neue Qualität
Die Mannschaft von Sebastian Hoeneß ist noch nicht konstant genug. Dennoch gibt es eine positive Erkenntnis, meint unser Sportredakteur Carlos Ubina.
Die Mannschaft von Sebastian Hoeneß ist noch nicht konstant genug. Dennoch gibt es eine positive Erkenntnis, meint unser Sportredakteur Carlos Ubina.
Es ist eine schöne Vorstellung, dass der VfB Stuttgart auch solche Spiele wie beim FSV Mainz 05 gewinnt. Womöglich noch souverän und am liebsten mit spielerischer Leichtigkeit. Doch dann würde es sich um den unangefochtenen Spitzenreiter FC Bayern München handeln – und nicht um den Tabellenvierten der Fußball-Bundesliga. Die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß kann die erwähnten Leistungen bringen. Immer wieder und immer öfter. Aber zur Realität gehört, dass sie über diese gewünschte Konstanz (noch) nicht verfügt.
In der Mewa-Arena war nach einem wilden Spiel bestenfalls ein „dreckiger Sieg“ drin, wie Hoeneß meinte. Diesen Erfolg beim 2:2 verpasst zu haben, ist ärgerlich für den VfB. Weil der Ausgleich durch Danny da Costa erst in der Nachspielzeit fiel. So fühlte es sich für die Spieler in den diesmal schwarzen Auswärtstrikots an, als hätten sie im Rennen um die Champions League zwei Punkte verloren anstatt einen gewonnen. Und es hätte dem Selbstvertrauen der Stuttgarter gut getan, eine Begegnung auf untypische Art zu gewinnen.
Durch den Doppelschlag von Ermedin Demirovic und Deniz Undav (76./77.) waren die Gäste kurz davor, die Mainzer auszuknocken. Die Partie war in diesem Moment nach dem Rückstand durch Jae-sung Lee (39.) gedreht. Allerdings fiel der Abstiegskandidat nicht zu Boden. Er schüttelte sich nur kurz und griff weiter an. Für den VfB bedeutete das, sich der rheinhessischen Willenskraft ein Stück weit beugen zu müssen. Trotz 62 Prozent Ballbesitz und bester Aussichten auf den nächsten Sieg in der Liga. Ein Bruch ist dadurch jedoch nicht zu befürchten. Denn die Stuttgarter haben sich zu einer Mannschaft entwickelt, die schwächere Spiele zwar nicht immer gewinnt, aber sie verliert sie auch deutlich seltener als früher. Das ist eine neue Qualität in dieser Saison.