VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach Der krönende Abschluss einer historischen Leistung

Der VfB hat allen Grund zum Jubeln: Enzo Millot, Silas Katompa und Maximilian Mittelstädt feiern das 4:0. Foto: dpa/Tom Weller

Die VfB-Mannschaft überzeugt gegen Gladbach einmal mehr. Am Ende steht sie mit 73 Punkten da. So gut waren die Stuttgarter noch nie in der Fußball-Bundesliga. Doch das ist keine Blaupause für die Zukunft, meint unser Sportredakteur Carlos Ubina.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Niemand wollte die Spielstätte verlassen. Die Trainer, die Spieler und Betreuer des VfB Stuttgart standen auf dem Rasen der MHP-Arena und genossen den Moment. Der Fußball-Bundesligist kommt nach dem 4:0-Sieg über Borussia Mönchengladbach zum Abschluss auf 73 Punkte. Das ist historisch für den Traditionsclub von 1893. Noch nie war der VfB besser. Und als emotionalen Höhepunkt gab es vor allem für die Fans dadurch noch die Vizemeisterschaft obendrauf. Nur das Überteam von Bayer Leverkusen war besser – und letztlich der FC Bayern München sogar schlechter.

 

Diese Gesamtleistung wird in Stuttgart in Erinnerung bleiben. Weil sie so unerwartet kam, und weil die Mannschaft über Monate hinweg ihren Weg nicht verlassen hat. Sie bietet dank dem Chefcoach Sebastian Hoeneß eine nahezu perfekte Mischung aus harter Arbeit und spielerischer Leichtigkeit. Da hat in der abgelaufenen Spielzeit vieles zusammengepasst: Der Trainer mit seiner unaufgeregten Art zum Team, und das Team mit seinem fußballerischen Potenzial zum Trainer.

Nun geht es für den VfB in die Sommerpause – und für eine Reihe von Spielern zur EM. Das wird den Erfahrungsschatz und das Selbstvertrauen vergrößern, vielleicht sogar den Marktwert erhöhen, ehe ab Mitte August neue Herausforderungen anstehen: Bundesliga und Champions League. Die Doppelbelastung soll dann mehr Lust sein, als Frust beim Club und seinen Anhängern auslösen. Dafür wollen der Sportdirektor Fabian Wohlgemuth und der Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle sorgen, in dem sie die richtigen Personalentscheidungen treffen und die finanziellen Rahmenbedingungen weiter verbessern.

Da ist einiges im Fluss am Neckar. Doch bei aller Euphorie rund um den VfB gehört zur Realität dieser Mannschaft, dass die sensationell starke Saison 2023/2024 keine Blaupause für die nächste Runde darstellt. Die Stuttgarter müssen weiter wachsen – sportlich und wirtschaftlich. Denn so stabil wie der VfB zuletzt gespielt hat, ist das Gesamtkonstrukt noch nicht.

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