Der sehnsüchtig erwartete Schritt nach Berlin ist vollzogen – und jetzt wähnen sich viele rund um den VfB Stuttgart bereits mit einer Hand am DFB-Pokal. Denn es geht im Finale bekanntlich gegen einen Drittligisten. Wie 1997, als der Fußball-Bundesligist zum bisher letzten Mal den nationalen Cup gewann. Damals im Olympiastadion gegen Energie Cottbus. Diesmal heißt der Gegner Arminia Bielefeld.
Doch der VfB tut gut daran, nicht zu weit in die Zukunft zu denken. Die Chance auf einen Titelgewinn ist nun natürlich riesig. Vielleicht sogar historisch, da die Stuttgarter seit 28 Jahren auf den vierten Pokalsieg in der Vereinsgeschichte warten. Aber die Begegnung mit den Bielefeldern bleibt eine immense Herausforderung.
Verdient hat sich die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß diese große Möglichkeit durch ein emotional geführtes Halbfinale gegen RB Leipzig. Der VfB war nicht immer die bessere Elf in dieser packenden Begegnung, aber am Ende stand ein Sieg der Leidenschaft. Angelo Stiller, Nick Woltemade und Jamie Leweling erzielten die Tore beim 3:1, aber sie bildeten nur die Spitze einer geschlossenen Einheit, die mit allem, was sie an diesem elektrisierenden Abend hatte, verteidigte. Alexander Nübel und Jeff Chabot überragten in der hinteren Reihe.
Für Fabian Wohlgemuth war es eine „grandiose Willensleistung“ und der Sportvorstand hofft, dass sich mit dem Erfolg im Pokal auch in der Liga etwas bewegt, die Stuttgarter wieder befreiter auftreten und schon am Samstag in Bochum eine vergleichbare Haltung zeigen. Das ist die Erwartung ab Donnerstag. Nach dem Abpfiff durfte allerdings erst einmal der süße Sieg ausgekostet werden. Der weiß-rote Glücksrausch sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Finale gegen die Arminia noch lange nicht gewonnen – und die Qualifikation für die Europa League damit noch lange nicht sicher ist.