VfB Stuttgart gegen Werder Bremen Das Problem ist nicht nur der Schiedsrichter

Enttäuscht am Boden: Finn Jeltsch vom VfB Stuttgart Foto: Baumann/Alexander Keppler

Daniel Schlager hat mit dem Platzverweis für Nick Woltemade sicher entscheidend in das Spiel eingegriffen. Doch weitere Gründe für die Niederlage gibt es genug, kommentiert unser Sportredakteur Carlos Ubina.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Der VfB Stuttgart ist am Boden zerstört gewesen. Finn Jeltsch lag auf dem Rasen und verkörperte die Enttäuschung nach der 1:2-Niederlage gegen Werder Bremen. Wieder verloren und wieder hat eine Führung nicht zum Sieg gereicht für den Fußball-Bundesligisten. Diesmal übernahm dabei ein Mann eine zentrale Rolle, der mit seiner Spielleitung am besten im Hintergrund bleiben sollte: der Schiedsrichter.

 

Daniel Schlager hat Nick Woltemade die Gelb-Rote Karte unter die Nase gehalten (65.). Eine zu harte Entscheidung, die laut dem Reglement aber nicht mehr zurückzunehmen war. Auch nicht durch den Videoassistenten. Ersichtlich war jedoch, dass es kaum einen Kontakt mit Mitchell Weiser gab. Schlager war nah am Geschehen und lag dennoch falsch. Absichtlich, unterstellten schnell viele VfB-Fans, da der Unparteiische aus Baden stammt und damit im Schwabenland unter Generalverdacht steht. Zudem haben die Stuttgarter bereits schlechte Erfahrungen mit Schlager gemacht.

Der VfB tut jedoch – bei allem berechtigten Ärger – gut daran, die eigenen Emotionen ein wenig herunterzukühlen und sachlich zu bleiben. Der Sportvorstand Fabian Wohlgemuth hat nach einem Gespräch mit Schlager genau das unternommen. Ein eventueller Einspruch wird geprüft. Die Aussichten auf einen Erfolg dürften allerdings gering sein, und die Stuttgarter beabsichtigen ohnehin den Blick weiter auf die Liga zu richten – ob mit oder ohne Woltemade in der nächsten Partie.

Gegen Werder war der Platzverweis jedoch maßgebend. Das Spiel kippte gegen die Gastgeber, die in dieser Phase am Drücker waren. Dennoch müssen sich der Trainer Sebastian Hoeneß und seine Mannschaft schon auch mit der Frage auseinandersetzen, warum eine Führung erneut nicht gereicht hat, um zu gewinnen. Im Vergleich zur fabelhaften Vorsaison schafft es der Vizemeister nicht mehr, die Begegnungen mit der nötigen Effektivität und Kompromisslosigkeit durchzuziehen. Zu dieser Wahrheit gehört ebenso, dass immer ein paar Prozentpunkte zu fehlen scheinen. Und das hat, allen Beteuerungen zum Trotz, mit der Erfolgsgier zu tun, die vor einem Jahr größer war.

Jetzt kann der VfB die Saison wohl nur noch mit dem Pokalerfolg in Berlin krönen. Davon wird bis zum 24. Mai stets die Rede sein. Damit ließe sich sicher eine Ligasaison schön färben, die mehr grau gebracht hat, als den weiß-roten Fußballern, Funktionären und Fans lieb sein kann. Der VfB ist in der Form der Rückrunde – rein sportlich betrachtet – nicht Europapokal-reif.

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