VfB Stuttgart im DFB-Pokal Erst mühsam, dann deutlich – wie der VfB das Halbfinale klarmachte

Die VfB-Profis konnten am Ende einen klaren Sieg bejubeln. In der Bildergalerie sehen Sie weitere Eindrücke der Partie. Foto: Baumann/Hansi Britsch

Die Stuttgarter tun sich bei Holstein Kiel lange schwer, ziehen dann aber dank einer Leistungssteigerung verdient ins Halbfinale ein. Unsere Analyse.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Sebastian Hoeneß ballte die Faust, klatschte mit seinen Spielern ab und jubelte dick eingepackt im eiskalten Holstein-Stadion: Am Ende konnte sich der Trainer des VfB Stuttgart über einen klaren 3:0-Sieg im Viertelfinale des DFB-Pokals beim Zweitligisten Holstein Kiel freuen.

 

Aber: Nach dieser Deutlichkeit hatte es aus Sicht des favorisierten Bundesliga-Vierten im hohen Norden lange nicht ausgesehen. „Es war ein hartes und zweikampfbetontes Spiel“, sagte Stürmer Deniz Undav, „wir haben es nicht geschafft, früh in Führung zu gehen und das Spiel auf unsere Seite zu ziehen.“

Dabei hatte Hoeneß eigentlich schon vor Spielbeginn den Stellenwert der Partie durch die Aufstellung unterstrichen, indem er auf die große Rotation verzichtete und die derzeit vermeintlich stärkste Elf auf den Rasen schickte: Lediglich zwei Änderungen gab es im Vergleich zum Bundesliga-Spiel drei Tage zuvor gegen den SC Freiburg: Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt und Flügelstürmer Chris Führich, die zuletzt auf der linken Seite nach ihren Einwechslungen für frische Impulse gesorgt hatten, rückten ins Team.

In der ersten Hälfte tat sich der Favorit im ausverkauften Holstein-Stadion dann aber überaus schwer. Zwar hatten die Stuttgarter erwartungsgemäß viel Ballbesitz, konnten aus diesem gegen die dicht gestaffelte Hintermannschaft des Zweitligisten aber wenig Tiefgang und Durchschlagskraft entwickeln. Da zudem nach Ballverlusten die Abstände oft zu groß waren und die Abstimmung fehlte, gingen die ersten beiden guten Chancen der Partie auf das Konto der Kieler durch Umschaltaktionen – wobei sich die VfB-Defensive jeweils von langen Bällen überraschen ließ: Erst parierte Torhüter Alexander Nübel gegen Adrian Kapralik (8.), dann schoss Andu Kelati über das Tor (11.).

Undav, Führich und Karazor erzielen die Tore

Mit zunehmender Spieldauer kamen dann auch die Stuttgarter zu Torannäherungen. Erst Führich per Abschluss in die lange Ecke (19.), dann Undav per Kopf (25.), schließlich Bilal El Khannouss im Anschluss an eine nicht geklärte Flanke (28.). Wirklich zwingend war aber keine der Aktionen, sodass es torlos in die Kabinen ging.

Nach dem Seitenwechsel legte der VfB dann mehr Zug zum Tor an den Tag – was sich schnell auch im Ergebnis niederschlug. Zunächst verfehlte Jamie Leweling nach einem scharfen Zuspiel von Angelo Stiller das Tor noch knapp (54.), kurz darauf besorgte Undav die 1:0-Führung für den Bundesligisten: Nach einer Freistoß-Flanke von El Khannouss aus dem linken Halbraum brachten die Kieler den Ball nicht aus der Gefahrenzone, der Stuttgarter Stürmer bewies seinen Torriecher, reagierte am schnellsten und bugsierte das Spielgerät unter Bedrängnis ins Netz (57.).

Der Treffer gab dem VfB weitere Sicherheit, der das Geschehen jetzt kontrollierte und deutlich entschlossener als noch in der ersten Hälfte agierte. Lange war man damit dem zweiten Tor näher als die Kieler dem Ausgleich – etwa, als El Khannouss mit einem abgefälschten Schuss für Gefahr sorgte (75.).

Brenzlig wurde es für die Stuttgarter noch einmal in der Schlussphase, als Holstein alles nach vorne warf und durch Aldin Jakupovic und Kapralik (80./81.) zu einer Doppelchance kam. In der 89. Minute sorgte dann Führich für die Entscheidung, als er nach einem Konter den Kieler Torhüter Timon Weiner umkurvte und aus spitzem Winkel zum 2:0 traf. In der zweiten Minute der Nachspielzeit erhöhte Kapitän Atakan Karazor im Fallen dann sogar noch auf 3:0.

Somit stand am Ende ein glanzloser und hart erarbeiteter, aufgrund der Leistungssteigerung nach der Pause aber verdienter Sieg zu Buche. „Es war nicht einfach, aber es zählt nur das Weiterkommen“, sagte Führich. Der VfB steht damit in der Amtszeit von Sebastian Hoeneß zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren unter den letzten vier Mannschaften des DFB-Pokals.

Bis die Stuttgarter ihren dortigen Gegner kennen, ist aber noch etwas Geduld gefragt. Die Auslosung findet erst in zweieinhalb Wochen am 22. Februar statt, da in der kommenden Woche noch zwei Viertelfinal-Begegnungen im Pokal angesetzt sind.

Das nächste Pflichtspiel steht dagegen schon in Kürze an: Am Samstagnachmittag um 15.30 Uhr sind die Stuttgarter wieder auswärts und wieder im hohen Norden gefordert – dieses Mal in der Bundesliga beim FC St. Pauli, der seit sechs Ligaspielen auf einen Sieg wartet und als Tabellenvorletzter tief im Abstiegskampf steckt.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu VfB Stuttgart DFB-Pokal