Vorstand des VfB Stuttgart Rouven Kasper will zum FC Bayern – startet nun der nächste Wechsel-Poker?

Die Zeit von Marketingvorstand Rouven Kasper geht beim Stuttgart zu Ende. Foto: Baumann

Rouven Kasper hat sich entschieden. Der Marketingchef will zurück nach München. Doch der VfB-Aufsichtsrat macht es dem Rekordmeister nicht leicht.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Nun verliert der VfB Stuttgart wohl doch noch einen Spitzenmitarbeiter an den FC Bayern. Rouven Kasper, seit 2022 Marketingvorstand beim Pokalsieger, will zurück nach München, wo er zuvor schon das Asiengeschäft aufgebaut hatte. Nach Informationen unserer Redaktion hat er diese Entscheidung dem Aufsichtsrat der VfB AG mitgeteilt und gleichzeitig darum ersucht, den bis 2028 datierten Arbeitsvertrag beim Fußball-Bundesligisten aufzulösen. Nun geht es um die Modalitäten des geplanten Wechsels, der aus Bayern-Sicht zum 1. Januar des nächsten Jahres vollzogen werden soll. Der VfB äußert sich auf Nachfrage zu der Personalie nicht.

 

Überraschend für den Verein kommt die Nachricht jedoch nicht. Seit Wochen buhlt der FC Bayern um Kasper, da sich der Rekordmeister im Vorstand neu aufstellen will, nachdem der Finanzchef Michael Diederich zum Monatsende ausscheidet. Künftig sollen der Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen, der Sportchef Max Eberl und Kasper als Marketingvorstand die Chefetage im operativen Bereich an der Säbener Straße in München bilden.

In Stuttgart würden bei Kaspers Abgang in Alexander Wehrle (Vorsitzender und Finanzen) und Fabian Wohlgemuth (Sport) vorerst nur zwei Vorstandsmitglieder verbleiben, da der frühere Finanzvorstand Thomas Ignatzi bereits zum 1. Juli 2025 ausgeschieden war. Damit wäre der VfB weiter handlungsfähig. Dennoch will es der weiß-rote Aufsichtsrat mit dem Präsidenten Dietmar Allgaier an der Spitze den Bayern, die im Sommer wochenlang vergeblich versucht hatten, den Stürmer Nick Woltemade zu verpflichten, nicht ganz so einfach machen.

Dabei geht es ums Geld. Das Kontrollgremium stellt sich eine Art Ablöse für Kasper vor, da der 43-Jährige eine Lücke hinterlässt und seinen Kontrakt erst vor einem Jahr verlängert hatte. Wie hoch diese Zahlung ausfällt, soll nun verhandelt werden. Das zeigt: der VfB schätzt Kaspers Arbeit und kämpft weiter um ihn. Allerdings hat sich der Aufsichtsrat bereits mit Alternativszenarien beschäftigt. Der Vorstand soll auch künftig drei Personen umfassen.

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