Alexander Wehrle bleibt dem VfB Stuttgart erhalten. Der Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten verlängerte das Arbeitspapier des Vorstandsvorsitzenden vorzeitig, der nun bis 2030 die Geschicke der VfB AG lenken und die Stuttgarter auf Erfolgskurs halten soll. Ursprünglich war Wehrles Vertrag bis nächstes Jahr datiert.
Die Einigung auf eine weitere Zusammenarbeit ist in erster Linie das Ergebnis der Gespräche zwischen Wehrle und Präsident Dietmar Allgaier, der als Aufsichtsratschef die Weichen gestellt hatte. Im Kontrollgremium ging die Personalie ebenfalls durch, um an der Clubspitze Kontinuität zu haben und den Traditionsverein modern aufzustellen.
Wehrle war im Frühjahr 2022 nach fast zehn Jahren beim 1. FC Köln zu seinem Heimatverein zurückgekehrt, in einer schwierigen Phase für den VfB. Seither hat sich an der Mercedesstraße in Bad Cannstatt einiges getan. Der VfB ist vom Abstiegskandidaten erst zum Champions-League-Teilnehmer und nun zum Pokalfinalisten avanciert. Mit das Verdienst von Wehrle, der im Sportbereich vor allem auf den Trainer Sebastian Hoeneß und den Sportvorstand Fabian Wohlgemuth vertraut. Mit ihnen will er weiter den Stuttgarter Weg beschreiten.
Ein wichtiger Punkt ist dabei Hoeneß’ Vertragsverlängerung bis 2028 ohne Ausstiegsklausel gewesen. Diese hatte Wehrle (mit Wohlgemuth) vorangetrieben und auf der Mitgliederversammlung im März verkündet. In der Schleyerhalle wurde auch Allgaier als Präsident bestätigt. Ein weiterer Baustein für den AG-Chef, da er inhaltlich und persönlich mit dem Ludwigsburger Landrat auf einer Wellenlänge liegt.
Wehrle habe mit seinem Vorstandsteam in den zurückliegenden Jahren Außergewöhnliches geleistet, lobt Allgaier: „Angetreten in einer äußerst schwierigen Gesamtlage, gelang dem VfB Stuttgart unter seiner Führung die wirtschaftliche Konsolidierung, das sportliche Wiedererstarken und die konsequente Neuausrichtung auf praktisch allen Geschäftsfeldern. Ohne sein Wirken gäbe es wohl heute keine vereinseigene Stiftung, kein Weltmarkenbündnis und keine so ambitionierte Ausrichtung auf richtungsweisende Innovations- und Zukunftsthemen.“
Jetzt wird Wehrle seine Arbeit fortsetzen, um das Strategiepapier 2030 umzusetzen und den VfB dadurch wieder dauerhaft im oberen Drittel der Tabelle zu etablieren. Man habe, so Wehrle, den VfB wieder als attraktiven Standort im nationalen und internationalen Fußball positioniert. „Jetzt geht es darum, unser Fundament mutig und tüchtig weiter strategisch auszubauen: unter anderem mit Zukunftsfragen zu infrastrukturellen Vorhaben wie einem neuen Clubzentrum, einer Spielstätte für den Frauenfußball und unsere U 21 sowie einem Museum, das unsere besondere Geschichte erlebbar macht.“
Diese Aufgaben geht Wehrle mit einem neuen Arbeitspapier zu verbesserten Konditionen an, die sich durch Erfolgsprämien noch steigern können. Zuvor hatte der 50-Jährige überlegt, ob seine Lebensplanung etwas anderes als den Profifußball vorsieht – was zunächst einmal nicht der Fall ist. Das liegt auch an der besonderen Bindung zu seinem Arbeitgeber, wie der gebürtige Schwabe Wehrle betont: „Der VfB Stuttgart ist und bleibt eine Herzenssache für mich.“