Das EBZ in Stuttgart erhält mehr Geld. Doch die Geschäftsführung muss dennoch Personal einsparen. Das hat mit Folgen eines Rechtsstreits zu tun.
Es klingt zunächst wie eine gute Nachricht. Das Energieberatungszentrum (EBZ) Stuttgart bekommt mehr Geld für die Grundfinanzierung. So gerade beschlossen. Doch die Geschäftsführung muss sich derzeit dennoch mit dem Gedanken anfreunden, Stellen abzubauen.
Waren es für 2024 und 2025 zusammengenommen 630.000 Euro, die die Stadt Stuttgart zur Grundfinanzierung des EBZ beisteuerte, erhöht sich dieser Gesamtbetrag 2026 und 2027 auf 925.000 Euro. So hat es der Ausschuss für Klima und Umwelt nun beschlossen. Ein Teil der Förderung stammt vom Land und wird ans EBZ umgeleitet. Die Rechnung geht allerdings noch weiter.
„Auf den ersten Blick erscheint die Erhöhung der Grundfinanzierung wie eine finanzielle Verbesserung für das EBZ“, sagt der Geschäftsführer Joshua Nothdurft. Er gehe davon aus, dass dem EBZ unter dem Strich um die 33 Prozent an Umsatz wegbrechen werden.
Bisher musste man in Stuttgart über das EBZ gehen
Der Grund ist eine Anpassung in den Förderrichtlinien für die private Energiewende. Mussten die Förderwilligen bisher immer über das EBZ gehen, fällt diese Vorgabe nun weg, die Wahl der Energieberatung ist damit frei. Die Stadt hatte rechtliche Bedenken nach einem Rechtsstreit in einem ähnlichen Fall. Für das EBZ bricht damit eine verlässliche Einnahmequelle weg.
Joshua Nothdurft spricht von einem „erheblichen wirtschaftlichen Einschnitt, weshalb nun auch personelle Maßnahmen geprüft werden müssen“. Was das EBZ zudem fürchtet: dass seine Sichtbarkeit in der Stuttgarter Bevölkerung nun schwindet.
Bereits Haus & Grund Stuttgart – Mitbegründer des EBZ – hatte den Schritt der Stadt kritisiert. Der Stuttgarter Institution drohe der Bedeutungsverlust, eine etablierte Anlaufstelle gehe verloren, Haus & Grund spricht von einer „Aushebelung des EBZ“. Stadt und Gemeinderat zogen den juristisch sicheren Weg vor.